Myers-Briggs Personality Indicator – MBTI
Der Myers-Briggs-Typenindikator, kurz MBTI, ist ein bekanntes Tool zur Ermittlung des eigenen Persönlichkeitstyps. Wir alle sind zwar einzigartige Individuen, aber es gibt viele gemeinsame Merkmale, die wir mit anderen teilen. Entwickelt wurde der Myers Briggs Test von den Laienpsychologinnen Katharine Briggs und deren Tochter Isabel Myers und stützt sich auf die von Carl Gustav Jung entwickelten „psychologischen Typen“. Veröffentlicht wurde MBTI erstmals im Jahr 1944. Der amerikanische Psychologe David West Keirsey hat die Klassifizierungen der 16 Persönlichkeitstypen im Myers-Briggs-Test weiterentwickelt.
Der Zweck des Myers-Briggs Type Indicator® (MBTI®) Persönlichkeitsinventars ist es also, die von C. G. Jung beschriebene Theorie der psychologischen Typen verständlich und für das Leben der Menschen nützlich zu machen. Der Kern der Theorie ist, dass viele scheinbar zufällige Unterschiede im Verhalten in Wirklichkeit recht geordnet und konsistent sind, da sie auf grundlegende Unterschiede in der Art und Weise zurückzuführen sind, wie Menschen ihre Wahrnehmung und ihr Urteilsvermögen einsetzen.
Myers Briggs Test
Der Myers-Briggs-Typenindikator (MBTI) wird jedes Jahr von mehr als 2,5 Millionen Menschen getestet und von 89 der Fortune-100-Unternehmen verwendet. In den USA gehört der Myers Briggs Test zu den gängigen Verfahren in der Personalauswahl. In Deutschland wird MBTI vorwiegend im Coaching eingesetzt und ist vergleichsweise unbekannter. Der Myers Briggs Test ermittelt per Fragebogen unterschiedliche Persönlichkeitsdimensionen.
Von der beruflichen Orientierung bis hin zur Verbesserung zwischenmenschlicher Beziehungen bietet der Test wertvolle Einblicke. Unternehmen setzen ihn zur Teamzusammenstellung und -entwicklung ein, während Bildungseinrichtungen ihn nutzen, um individuelle Lernpräferenzen zu verstehen. Darüber hinaus dient der MBTI als Grundlage für Coaching und persönliche Entwicklung, da er individuelle Stärken und Entwicklungsbereiche aufzeigt. Der MBTI dient nicht nur der individuellen Selbstreflexion, sondern auch der Förderung von Verständnis, Akzeptanz und produktiver Zusammenarbeit in verschiedenen sozialen und beruflichen Umgebungen.
Der MBTI-Test besteht aus einem Fragebogen, der in der Regel 60 bis 90 Fragen enthält. Zu jeder Frage gibt es zwei Antwortmöglichkeiten. Je nach Anzahl der Antworten kann man sich einem von 16 Persönlichkeitstypen zuordnen. Es gibt hier keine falschen Antworten, und Persönlichkeiten sind nicht besser oder schlechter als andere; sie kategorisieren lediglich und liefern Eigenschaften, die für jede Person einzigartig sind.
Nach Carl Gustav Jungs Theorie der psychologischen Typen lassen sich Menschen durch ihre Vorliebe für allgemeine Einstellungen charakterisieren. Mit Hilfe von vier Kategorien werden im Myers-Briggs-Persönlichkeitstest sechzehn Persönlichkeitstypen gebildet. Jede dieser Kategorien hat eine Gegensätzlichkeit. Der MBTI hat 4 verschiedene Dimensionen, die jeweils auf der Skala von -20 bis +20 ausgeprägt sein können:
I. Energie-Stil, Motivation, Antrieb
Worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten
E Extraversion (Extraversion) – I Introversion (Introversion)
Damit wird gemessen, wie Menschen auf ihre Umgebung reagieren. Extrovertierte Menschen werden durch soziale Interaktionen angeregt und konzentrieren sich gerne nach außen. Introvertierte Menschen sind das Gegenteil. Sie bevorzugen ihre innere Welt und neigen dazu, nach einer Menge sozialer Kontakte ausgelaugt zu sein. Extraversion und Introversion wurde erstmals von C.G. Jung in seiner Theorie der Persönlichkeitstypen erforscht. Wenn wir uns mit der Welt außerhalb von uns selbst beschäftigen, sind wir „extravertiert“. Wenn wir in unserem eigenen Kopf sind, sind wir „introvertiert“.
II. Denkstil, Aufmerksamkeit
Wie wir Informationen aufnehmen
S Sensoring (Empfinden) – N Intuition (Intuition)
Bei dieser Skala wird untersucht, wie Menschen Informationen aus ihrer Umgebung aufnehmen. Wir sammeln Daten mit unseren fünf Sinnen. C.G. Jung vertrat die Ansicht, dass es zwei verschiedene Arten gibt, die gesammelten Daten wahrzunehmen. Die „sensorische“ Präferenz nimmt Daten auf buchstäbliche, konkrete Weise auf. Die „intuitive“ Präferenz erzeugt aus den gesammelten Informationen abstrakte Möglichkeiten. Menschen, die das Fühlen bevorzugen, neigen dazu, der Realität große Aufmerksamkeit zu schenken, insbesondere dem, was sie mit ihren eigenen Sinnen erfahren können. Diejenigen, die Intuition bevorzugen, achten mehr auf Dinge wie Muster und Eindrücke. Sie denken gerne über Möglichkeiten nach, stellen sich die Zukunft vor und stellen abstrakte Theorien auf. Wir alle nutzen in unserem Leben sowohl die Empfinden als auch die Intuition, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß und mit unterschiedlichem Komfort.
III. Werte, Entscheidungsstil
Wie wir Entscheidungen treffen
T Thinking (Denken) – F Feeling (Fühlen)
Als Carl Jung das menschliche Verhalten untersuchte, stellte er fest, dass Menschen die Fähigkeit haben, Entscheidungen auf der Grundlage von zwei sehr unterschiedlichen Kriterien zu treffen: Denken und Fühlen. Menschen, die das Denken bevorzugen, legen einen größeren Wert auf Fakten und objektive Daten. Sie neigen dazu, bei der Abwägung einer Entscheidung konsequent, logisch und unpersönlich vorzugehen. Diejenigen, die das Fühlen bevorzugen, berücksichtigen eher Menschen und Emotionen, wenn sie zu einer Entscheidung kommen. Wenn jemand eine Entscheidung trifft, die auf seinem Wertesystem basiert, oder auf dem, was er für richtig hält, arbeitet er im Modus des Fühlens.
IV. Lebensstil
Wie wir mit der Welt umgehen
J Judging (Beurteilen / Urteilen) – P Perceiving (Wahrnehmen)
Bei der dieser Skala geht es darum, wie die Menschen mit der Außenwelt umgehen. Menschen mit der Präferenz Urteilen wollen, dass die Dinge ordentlich, geordnet und festgelegt sind. Sie bevorzugen Struktur und feste Entscheidungen. Menschen, die zum Wahrnehmen neigen, möchten, dass die Dinge flexibel und spontan sind, sie sind offener, flexibler und anpassungsfähiger.
Daraus ergeben sich die Buchstabenpaare EI, SN, TF, JP. Insgesamt gibt es 16 verschiedene MBTI-Persönlichkeitstypen, die mit vier Buchstaben abgekürzt werden. Dabei stehen die vier Buchstaben je für die vier Charakterdimensionen.
Die 16 MBTI Persönlichkeitstypen
INFP — Träumer, Idealist, Mediator (freundlich, hilfsbereit, sensibel, selbstlos…)
ISFP — Genießer, Supporter, Abenteurer (warmherzig, sympathisch, aufmerksam, kompromissbereit…)
ENFJ — Vermittler, Protagonist (charmant, mitreißend, inspirierend…)
ESFJ — Sympathieträger, Konsul (hilfsbereit, fürsorglich, beliebt…)
ISTP — Ingenieur, Pragmatiker (direkt, offen, überlegt, praktisch veranlagt…)
INTP — Analyst, Grübler, Logiker (wissensdurstig, unabhängig, guter Problemlöser…)
ESTJ — Organisator, Ausführer (realistisch, klar, entscheidungsfreudig…)
ENTJ — Stratege, Leader (organisiert, effizient, eigenwillig, phantasievoll…)
INTJ — Planer, Wissenschaftler (klug, planend, strategisch, perfektionistisch…)
INFJ — Visionär (ruhig, idealistisch, inspirierend, fokussiert…)
ENFP — Motivator, Freigeist, Aktivist (selbstbewusst, positiv, enthusiastisch, kreativ…)
ENTP — Entdecker, Debattierer (mutig, klug, kreativ, begeisterungsfähig…)
ESFP — Improvisator, Entertainer (spontan, enthusiastisch, energiegeladen…)
ESTP — Problemlöser, Unternehmer (klug, energiegeladen, abenteuerlustig…)
ISFJ – Helfer, Verteidiger (hingebungsvoll, herzlich, bescheiden, fokussiert…)
ISTJ – Realist, Pflichterfüller, Logistiker (praktisch, faktenorientiert, zuverlässig, ehrgeizig…)
Als seltenster unter den 16 Persönlichkeitstypen gilt INFJ — diese Kombination ist nur bei einem bis zwei Prozent der Bevölkerung zu finden. Berühmte Personen werden einzelnen MBTI Persönlichkeitstypen zugeordnet, darunter z.B. INFJ-Typen wie zum Beispiel Martin Luther King, Nelson Mandela oder Mutter Theresa, der Apple-Gründer Steve Jobs soll ein ENTJ-Typ gewesen sein. Kritiker zweifeln, dass der Myers-Briggs-Typenindikator den in der Psychologie üblichen Anforderungen von Reliabilität (Verlässlichkeit) und Validität (Gültigkeit) entspricht. Die Stuttgarter Nachrichten zitieren den Psychologen John Rauthmann (Uni Lübeck) wie folgt: „So ist der Test zum einen nicht sonderlich verlässlich.“ Untersuchungen zeigen, dass bis zu 50 Prozent der Personen, die den MBTI wiederholen, eine andere Antwort erhalten – und das bereits nach 5 Wochen.

MBTI Selbsttest – 16 Personalities
Bei dem 16 Personalities Persönlichkeitstest müssen 60 Aussagen eingeschätzt werden. Die Skala reicht dabei von „stimmt“ bis „stimmt nicht“. 16personalities.com unterscheidet zwischen 4 Hauptgruppen: Analysten, Diplomaten, Wachen, Forscher, die sich dann jeweils wiederum in 4 Typen unterteilen. Der 16-Personalities-Test beruht auf dem Prinzip des Myers-Briggs-Typenindikators (MBTI) und ist kostenlos. 16 Personalities ist wissenschaftlich nicht anerkannt und mit professionellen Profiling-Techniken nicht vergleichbar.
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