Informationen zum Helden-Syndrom

Das Weißer-Ritter-Syndrom (engl. White Knight Syndrome), auch als Helden-Syndrom bezeichnet, ist ein zwanghaftes Bedürfnis, der Retter in einer intimen Beziehung zu sein, das auf frühe Lebenserfahrungen zurückgeht, bei denen sich der weiße Ritter beschädigt, schuldig, beschämt oder ängstlich fühlte. Diese Menschen haben die Tendenz, nach “gebrochenen” Menschen Ausschau zu halten. Mit dem Ziel: nach ein paar Monaten genau die Person zu sein, die diesen Menschen geheilt und wieder hinbekommen hat. Der andere ist abhängig von einem für unseren Erfolg und das emotionale Überleben. Diese Menschen brauchen jemand anderen, um an die eigene Maske zu glauben. Nicht alle Menschen mit diesem Syndrom sind Narzissten, weisen aber narzisstische Persönlichkeitsmerkmale auf.

Weiße Ritter haben oft eine Vergangenheit von Verlust, Verlassenheit, Trauma oder unerwiderter Liebe. Viele von ihnen waren durch das emotionale oder körperliche Leiden einer Bezugsperson tief betroffen.

Empathie, die Fähigkeit, die Gefühle eines anderen zu verstehen und sich mit ihnen zu identifizieren, ist eine hoch entwickelte Charaktereigenschaft aller weißer Ritter. Doch die Fähigkeit des weißen Ritters, sich in die Lage eines anderen Menschen hineinzuversetzen, kann entweder zur Hilfe oder leider auch zur Kontrolle oder Verletzung des Partners eingesetzt werden.

In der Regel haben weiße Ritter eine Geschichte, die viele der folgenden Eigenschaften aufweist:

  • Selbstzerstörerisches Verhalten, das Alkohol-/ Drogenmissbrauch beinhalten kann.
  • Verstärktes Bewusstsein in der Kindheit für die Nöte eines Elternteils.
  • Vernachlässigung in der Kindheit.
  • Emotionaler, physischer oder sexueller Missbrauch in der Kindheit.
  • Verlust oder drohender Verlust einer wichtigen Bezugsperson in der Kindheit.
  • Immer wieder Partner finden, die gerettet werden müssen.

Mögliche Gründe für das Weißer-Ritter-Syndrom:

  • Geringes Selbstwertgefühl.
  • Fehlende Richtung und Sinn im Leben.
  • Erfahrung, in der Kindheit eine Bezugsperson verloren zu haben.
  • Narzissmus.

Ein weißer Ritter hat typischerweise viele der folgenden Charakterzüge:

  • Befürchtet emotionale Distanz.
  • Ist emotional sehr verletzlich und sensibel.
  • Überempfindlichkeit gegenüber jedem Zeichen von Ablehnung.
  • Neigt dazu, den Partner zu idealisieren.
  • Hat ein extremes Bedürfnis, als wichtig oder einzigartig angesehen zu werden.
  • Neigt dazu, selbstkritisch oder reaktiv Schuldzuweisungen zu machen, andere abzuwerten und zu manipulieren.
  • Ein gewisses Maß an Manipulationsfähigkeit (oft sind sich die weißen Ritter ihrer manipulativen Tendenzen selbst nicht bewusst).
  • Absichtlich Partner mit Problemen suchen.
  • Überzeugung, dass sie nicht gut genug sind, um so gemocht zu werden, wie sie sind.

White Knight Syndrome und Narzissmus

Es stimmt zwar, dass nicht jeder Fall des weißen Ritters ein Fall von Narzissmus ist, aber jede Beziehung, die den weißen Ritter in eine Notstandsdynamik hineinzieht, ist eine ungesunde Beziehung. Selbst wenn der weiße Ritter nicht besonders manipulativ ist, leidet er in Wirklichkeit noch immer an ungelösten emotionalen Problemen und bringt sich selbst in Gefahr, indem er Beziehungen zu Menschen sucht, die gerettet werden müssen. Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Die Menschen können die verborgenen Absichten des Weißen Ritters spüren und ihn schließlich nicht mehr mögen, was dem Weißen Ritter viel emotionales Leid bringt.
  • Selbst wenn der weiße Ritter Liebe, Aufmerksamkeit, Bewunderung und das Gefühl der Wichtigkeit bekommt, ist seine Investition im Vergleich zu dem, was er bekommt, unverhältnismäßig hoch. Sie bezahlen ständig zu viel für das, was andere Menschen umsonst bekommen, was ihrem ohnehin schon geringen Selbstwertgefühl nicht zuträglich ist.
  • Weil sich weiße Ritter aus falschen Gründen zu falschen Menschen hingezogen fühlen, verwehren sie sich selbst die Chance auf gesunde und erfüllende Beziehungen, die nicht mit ständigem Drama und Überstunden verbunden sind.
  • Die Rettung erfolgt oft auf Kosten des eigenen Wohlbefindens des weißen Ritters. Für viele weiße Ritter ist die Konzentration auf die Probleme anderer Menschen eine Möglichkeit, die Auseinandersetzung mit ihren eigenen Problemen zu vermeiden.
  • Weibliche “weiße Ritter” befinden sich in einer besonders gefährlichen Situation, weil sich das Syndrom bei Frauen etwas anders darstellt. Während männliche “White Knights” versucht sind, Frauen mit Problemen im Allgemeinen zu retten, fühlen sich weibliche “White Knights” zu Männern mit Süchten und Missbrauchsmustern hingezogen.
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