Was ist Profiling?

Was ist Profiling

Wofür und was ist Profiling wirklich?

Was ist Profiling und wen bezeichnet man als Profiler? Profiler sind ausgebildet in der Analyse von – zumeist – Straftaten, der Tatrekonstruktion sowie der Erstellung von professionellen Persönlichkeitsprofilen. Meist sind Profiler studierte Kriminologen.

Profiling allgemein beschreibt grob gesagt die Analyse von Verhalten und Charakter auf Basis der geltenden Norm. Das Ziel ist die Erstellung eines möglichst präzisen Persönlichkeitsprofils. Angewendet wird Profiling vorwiegend auf Personen, Situationen und Objekte.

Bekannt wurde das Wort „Profiling“ besonders durch US-Krimiserien über das FBI. In diesem Zusammenhang hat sich das kriminalistische Profiling aus der Forensik in den Köpfen festgesetzt, das meinst nicht sehr viel mit der Realität gemeinsam hat. Das Wort selbst ist aber ist aber eher allgemeiner Natur.

Das kriminalistische Profiling ist bedrohungsorientiert, nicht risikoorientiert. Aufgrund jahrzehntelanger Erfahrung und einer zunehmenden Globalisierung ist man im modernen Profiling zum Glück weg vom Rassen-Profiling (Hautfarbe, Geschlecht, Alter, Status, Herkunft). Beim Profiling ist Beobachtung am wichtigsten – verdächtige Anzeichen, Verhalten, Kleidung, Positionsänderungen, Kontakte, Spuren uvm. Alles Beobachtete wird zunächst gesammelt und bewertet.

Wofür und was ist Profiling wirklich?

Im kriminalistischen Profiling werden sämtliche Informationen – z.B. von einem Tatort – in eine umfangreiche Datenbank eingegeben. Dabei werden die Informationen mit 1 = vorhanden und 0 = nicht vorhanden gekennzeichnet. Beispiel:
Ein Profiler findet einen Tatort mit einer Leiche vor.
Opfer wurde mit einem Messer getötet? 1 = ja, 0 = nein
weitere Informationen könnten sein:
Messergröße
Anzahl der Einstiche
Körperregion der Einstiche
Tatwaffe am Tatort
usw.

Sämtliche Informationen, so belanglos diese im ersten Moment auch erscheinen mögen, sammelt der Profiler und gibt diese am Ende in die Datenbank ein. Diese Profiling-Datenbank vergleicht sämtliche eingegebenen Daten mit vorherigen, vergleichbaren Fällen und gibt ein Täterprofil aus, das zu 70 – 80% präzise ist. Das Profiling der Kriminalpolizei versucht zunächst eine Tatrekonstruktion so präzise wie möglich zu erstellen. Alle Indizien, Spuren am Tatort und Informationen zu den Umständen der Straftat ergeben dann am Ende ein sehr präzises Täterprofil samt sozio-ökonomischen Merkmalen. Die Kriminal-Profiler versuchen daraus dann eine Art Muster zu erkennen.

Die Datenbank wird über viele, viele Jahre mit Informationen gefüttert. Wird ein Delikt aufgeklärt, sprechen die Profiler mit den überführten Tätern und gewinnen so nützliche Informationen, die der Datenbank hinterlegt werden.

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Polizeilicher Fallanalytiker

Das deutsche Berufsbild des „Profilers“ nennt sich Polizeilicher Fallanalytiker. Das Bundeskriminalamt verwendet dieses Begriff, da beim Vorgehen zunächst eine umfassende Fallanalyse vorgenommen wird, der dann eine Profilerstellung folgt. Es geht um eine kriminalistische Tatrekonstruktion und der Erstellung eines Täterprofils mitsamt aller Persönlichkeitsmerkmale und den sozio-ökonomischen Merkmalen. Bei der Fallanalyse werden Indizien, Spuren am Tatort und Informationen zu den Umständen der Straftat gesammelt. Das Ziel ist es, aus dem Täterverhalten ein Muster zu erkennen.

Für die Ausbildung zum Polizeilichen Fallanalytiker beim BKA werden besonders geeignete Kriminalbeamte gewählt, die in einem mehrstufigen praxisbegleitenden Lehrgangskonzept ausgebildet werden. Als Studiengang um Profiler werden zu können, eignet sich vorrangig ein Masterstudiengang in Kriminologie.

Täter-Profiling

Das kriminalistische Profiling ist sehr technisch geworden. Im operativen Profiling ist jedoch noch immer sehr stark das Beherrschen von Handwerk, eine messerscharfe Beobachtungsfähigkeit und ein guter Instinkt gefragt.

Bestandteile des Profilings sind u.a.:

  • Stimme
  • Sprache
  • Körpersprache (Mimik, Gestik, Körperhaltung, Bewegungsabläufe, Schritte, Gangart)
  • Zusätzlich ggf.: Optik & Styling, Proxemik (Raumverhalten), System indem sich die Person bewegt (Familie, Freunde, Organisationen), Wohnsituation, Auto,
  • Ordnung, Umgang mit anderen, Social-Media-Verhalten, Schreibstil

Jeder Mensch hat ein Grundverhalten, die sogenannte Baseline. In Gefahrensituationen oder bei Täuschungen kann das Verhalten von der Baseline abweichen. Genau diese Abweichungen liefern beim Profiling erste Indizien.

Profiling hat sich zunehmend auch in der Personalauswahl breit gemacht. Hier arbeiten die Profiler mit anderen Instrumenten als man dies aus der Kriminalistik her kennt.