Verhalten bezieht sich auf die Aktionen, Reaktionen oder Antworten eines Individuums oder einer Gruppe in Bezug auf eine bestimmte Situation oder Umgebung. Es umfasst ein breites Spektrum von Aktivitäten, von einfachen Reflexen und instinktiven Verhaltensweisen bis hin zu komplexen Denk-, Gefühls- und Handlungsmustern. Das Verhalten kann durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden, darunter Genetik, Erziehung, Sozialisation und Umweltfaktoren. Es kann auch durch Belohnungen, Bestrafungen und andere Konsequenzen, die sich aus unseren Handlungen ergeben, geformt werden.
Verhalten kann auf vielfältige Weise beobachtet und gemessen werden, von der direkten Beobachtung und Selbstauskunft bis hin zu physiologischen Messungen wie Gehirnaktivität und Herzfrequenz. Psychologen und andere Forscher untersuchen häufig das Verhalten, um zu verstehen, wie und warum Menschen auf bestimmte Weise handeln, und um Interventionen oder Behandlungen zu entwickeln, die das Verhalten in verschiedenen Kontexten verändern oder verbessern können.
Ein Stanford Experiment wies nach, dass das Verhalten eines Menschen stark von den Umständen, dem Umfeld und seiner eigenen Position und Funktion abhängt. John C. Macionis hat Verhalten wie folgt definiert: „Personality is fairly consistent pattern of thinking, feeling and acting“ – auf deutsch: „Persönlichkeit ist ein ziemlich konsistentes Muster des Denkens, Fühlens und Handelns“.
Der Sozialpsychologe Kurt Lewin hat Verhalten mit dieser Formel erklärt:
Verhalten = Person x Situation.
„Während wir durch die soziale Welt navigieren, sind wir ständig aufgerufen, über die Menschen um uns herum zu urteilen: Freund oder Feind, Annäherung oder Vermeidung, Paarung oder Kampf mit ihnen etc. Aus diesem Grund beurteilen wir konsequent die Menschen, denen wir begegnen (Ambady & Rosenthal, 1992). Wir gliedern andere in Gruppen (Macrae & Bodenhausen, 2000), leiten ihre Absichten ab (Mason, Tatkow, & Macrae, 2005), und beurteilen ihren Charakter (Berry & McArthur, 1985), um nur einige zu nennen“.
Behaviorismus
Der Behaviorismus, eine psychologische Perspektive, die insbesondere in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dominierte, betont die Bedeutung von beobachtbarem Verhalten und ignoriert weitgehend innere mentale Prozesse. Ein herausragender Vertreter des Behaviorismus war B. F. Skinner, der davon überzeugt war, dass der freie Wille lediglich eine Illusion ist. Er argumentierte, dass das Handeln eines Menschen weitgehend vorhersehbar ist, basierend auf früheren Erfahrungen und Umweltfaktoren.
Operante Konditionierung – B. F. Skinner
Ein bedeutender Denker, der die Vorstellung des freien Willens in Frage stellte, war der Verhaltenspsychologe B. F. Skinner. Für ihn war der freie Wille nichts weiter als eine Illusion. Skinner argumentierte, dass das Handeln eines Menschen weitgehend vorhersehbar ist, basierend auf früheren Erfahrungen und den Umweltfaktoren, denen er ausgesetzt ist. Seiner Ansicht nach wird das Verhalten durch positive Verstärkung, Bestrafung und andere Konsequenzen geformt, die sich aus unseren Handlungen ergeben. Skinner prägte den Begriff „operante Konditionierung“, der besagt, dass Verhalten durch Belohnungen und Bestrafungen gelenkt wird, und dass der sogenannte freie Wille lediglich das Ergebnis dieser Einflüsse ist.
Diese Sichtweise impliziert, dass unsere Handlungen und Entscheidungen nicht vollständig unabhängig von äußeren Einflüssen sind, sondern vielmehr durch vorangegangene Ereignisse und Umstände determiniert werden.
Evolution
Der Mensch ist seit vielen tausenden Jahren ein Herdentier. Vor etwa hunderttausend Jahren waren die meisten Gruppen von Menschen auf der Erde kleine, nomadische Gemeinschaften. Diese Gruppen bestanden in der Regel aus maximal nur wenigen hundert Personen. In dieser Zeit kämpften einzelne Gruppen von Menschen um begrenzte Ressourcen. Die Evolutionsgeschichte zeigt, dass ein Ausschluss von diesem Stamm fast immer das Todesurteil bedeutete. Diejenigen, die mit anderen zusammenarbeiteten und sich zusammenschlossen, hatten dagegen mehr Sicherheit, bessere Chancen auf Fortpflanzung und leichteren Zugang zu Ressourcen. Charles Darwin schrieb dazu: „In der langen Geschichte der Menschheit haben sich diejenigen durchgesetzt, die gelernt haben, am effektivsten zusammenzuarbeiten und zu improvisieren“. Aus diesem Grund zählt der Wunsch nach Zugehörigkeit zu den grundlegendsten Begehren des Menschen, das noch heute einen überaus starken Einfluss auf unser modernes Verhalten hat. Der Mensch strebt im Kern überall nach Macht, Ansehen und Status. Evolutionär gesehen hat seit jeher eine Person mit Macht und Status Zugang zu mehr Ressourcen, muss sich weniger ums Überleben sorgen und gilt als attraktiverer Partner für die Fortpflanzung und damit für den Erhalt seiner Spezies.
Die Bedürfnisse nach Sicherheit und Zugehörigkeit sowie die instinktive Beurteilung nach Freund oder Feind sind bis heute tief in unserem Verhalten verankert. Aufgrund der Neigung, sich wechselnden Gegebenheiten anzupassen, dazuzugehören und sich den Respekt und die Anerkennung der Mitmenschen zu verdienen, konnte das Überleben gesichert werden. Verhalten beschreibt in der Psychologie jenes Mittel, durch das sich ein Organismus an seine Umwelt anpasst.
Verhaltenspsychologie: Menschliches Verhalten
Einfach ausgedrückt, kann jede beobachtbare Handlung (oder aktive Bewegung) als Verhalten betrachtet werden – z.B. Kaffee trinken, Telefonieren, Autofahren, am Computer schreiben, die Wohnung aufräumen, Seil springen etc. Verhalten bezeichnet also alles, was beobachtet werden kann. Die Persönlichkeitsstruktur eines Menschen bestimmt das Verhalten. Dabei ist unser Verhalten eine Folge unserer Gedanken und Gefühle. 95 Prozent unseres Verhaltens gehen auf Gewohnheiten zurück. Gewohnheiten geben uns Sicherheit, während Neues Angst auslösen kann. Wenn wir uns in einer Situation auf eine bestimmte Art und Weise verhalten, speichern wir es in unserem Gedächtnis ab und erinnern uns später – jedenfalls unterbewusst – wieder daran, sobald wir uns in einer ähnlichen Situation befinden. Aus diesen Prozessen können Verhaltensmuster entstehen, die wir im Profiling gut und sicher erkennen und vorhersehen können.
Verhalten Psychologie
Das menschliche Verhalten umfasst i.d.R. drei Dimensionen: Handeln, Dulden (Stillhalten, Zulassen) und Unterlassen als Nichthandeln. Somit kann alles, was ein Mensch tut, als Verhalten bezeichnet werden.
Beim Verhalten und Erleben des Menschen spielt die Umwelt immer eine wichtige Rolle. Sämtliche äußere Reize unserer Umgebung werden unterbewusst wahrgenommen und verarbeitet und haben somit einen direkten Einfluss auf unser Verhalten.
Im Vergleich zum Verhalten ist das Erleben eines Menschen nicht beobachtbar und passiv. Das Handeln ist dabei ein bewusstes und zielgerichtetes Verhalten, das Verhalten selbst muss nicht immer bewusst geschehen.
Ein Stanford Experiment wies nach, dass das Verhalten eines Menschen stark von den Umständen, dem Umfeld und seiner eigenen Position und Funktion abhängt. Unser Verhalten wird dabei von den beiden größten, universellen sozialen Ängsten geleitet:
1. Die Angst vor gesellschaftlicher Beurteilung.
2. Die Angst, als Schwindler bezeichnet zu werden.
Es gibt nur zwei elementare Motive: Annäherung oder Vermeidung. Ganz grundsätzlich sind die beiden universellen Antriebskräfte von menschlichem Verhalten:
1. Schmerz vermeiden.
2. Freude gewinnen.
Wir hassen es, das zu verlieren, was wir bereits haben. Wir hassen und fürchten dies noch mehr als die Möglichkeit, etwas Neues zu bekommen. Aufgrund des Risikos, etwas zu verlieren, werden wir alles tun, um diesen Verlust zu vermeiden.
Beim menschlichen Verhalten gibt es eine Grundregel
Kein Mensch wird ein Verhalten ohne Grund ausführen, auch, wenn die persönliche Begründung dafür falsch ist! Menschen finden immer eine rationale Begründung für ihr oft unterbewusstes, irrationales Verhalten.





