Narzissmus verstehen

Wie erkenne ich einen Narzissten?

Macht, Kontrolle, Manipulation – diese drei Worte beschreiben die Verhaltensweisen eines Narzissten. Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung ist dann vorhanden, wenn der Ich-Bezug die Wahrnehmung anderer und die Kommunikation mit ihnen bei Weitem dominiert. Der krankhafte Narzisst fühlt sich grandios und anderen haushoch überlegen. Narzissmus – dieser Störung liegen oft Minderwertigkeitsgefühle zugrunde, die aus mangelnder Wertschätzung in der Kindheit entstanden sein könnten (oder extrem übertriebener Wertschätzung, sodass ein realer Bezugsrahmen fehlt). Häufig tritt die narzisstische Persönlichkeitsstörung in Kombination mit weiteren Persönlichkeitsdefekten auf, wie z.B. Paranoia, Zwanghaftigkeit oder dem Borderlinesyndrom.

Narzissten sind geprägt durch einen konstanten Wunsch nach Bewunderung und dem stetigen Streben, immer im Mittelpunkt zu stehen. Diese Personen sind von ihrer Wichtigkeit überzeugt und stellen ihre Bedürfnisse über die anderer Menschen. Narzissten wünschen niemandem etwas Gutes. Sie sind misstrauisch, griesgrämig, feige und hohl. Narzisstische Manipulatoren haben sich darauf spezialisiert, anderen ihr Leben zu stehlen. Es gibt eine gesunde und eine ungesunde, pathologische Ausprägung des Narzissmus. Pathologische Narzissten werten andere Menschen ab, um sich selbst zu erhöhen, und vertragen Kritik nur sehr schlecht bis gar nicht. Aufgrund ihres Anspruchsdenkens verbuchen sie fremde Erfolge konsequent für sich und schieben die Verantwortung für Missgeschicke und Misserfolge auf andere. Narzissten sehen sich häufig auch als Opfer. Fehler oder Krisensituationen haben grundsätzlich nicht sie selbst verschuldet, sondern immer andere.

Menschen mit schweren Formen von Narzissmus manipulieren andere und machen sie klein, um selbst besser dazustehen. Einem destruktiven Narzissten reicht sein Erfolg jedoch nicht aus. Er ist erst dann zufrieden, wenn alle anderen um ihn herum versagen. Gelingt ihm die Entwertung seiner Mitmenschen nicht, münzt er diese zu bedrohlichen Feinden um.

Narzisstische Persönlichkeitsstörung

Narzissten können keine engen und tiefen Bindungen eingehen. Sie sind geprägt von fehlender Empathie. Sie können sich nicht wirklich in das Gefühlsleben eines anderen einfühlen. Diese Personen fühlen sich weder in das Leid einer anderen Person ein, noch freuen sie sich über die Erfolge der anderen. Fehlende Empathie können wir beispielsweise am mimischen Ausdruck bzw. am fehlen der entsprechenden Mimik erkennen.

Narzissten neigen dazu, nicht nur sehr wortreich, sondern auch mit vielen Gesten zu agieren. Sie tendieren zur bildhaften und offensiven Körpersprache, möchten positiv auffallen und die Führung übernehmen. Narzissten sind vorwiegen durch ihr Verhalten erkennbar.

Zu den für Narzissmus typischen Persönlichkeitsmerkmalen gehören Selbstüberschätzung, suchtartiges Arbeitsverhalten, Reizhunger, Risikofreude, die Fähigkeit zur Beeinflussung, mangelnde Schuldgefühle sowie fehlende Einfühlungsbereitschaft und Bindungsfähigkeit, was zu einer verstärkten inneren Flexibilität führt.

Das Charakteristikum jeder Persönlichkeitsstörung ist, dass sich der Betroffene seiner Störung nicht bewusst ist (keine Krankheitseinsicht).

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