Menschen überzeugen + Menschen motivieren
Viele von uns sind mit dem Grundsatz aufgewachsen: „Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest“. Wenn wir andere Menschen beeinflussen oder für eine Idee begeistern wollen, lautet der erste Grundsatz jedoch wie folgt:
Behandle andere so, wie sie selbst behandelt werden wollen.
Ob wir nun Menschen beeinflussen, Menschen überzeugen, Menschen motivieren, Menschen für sich gewinnen oder Menschen begeistern wollen, das erste Prinzip zeigt deutlich, dass wir uns dabei in die Persönlichkeits- und Motivationsstruktur unseres Gegenübers hineinversetzen müssen.
Menschen überzeugen
Um einen Menschen überzeugen zu können, müssen wir ihn erst einmal verstehen und Vertrauen aufbauen. Dazu ist es wichtig, seine Motive, Werte und Bedürfnisse herauszufinden. Es gibt menschliche Grundbedürfnisse, die universell gleich sind, jedoch in sehr individueller Ausprägung. Jeder Mensch hat die gleichen sechs menschlichen Bedürfnisse. Allerdings findet jeder Mensch unterschiedliche Wege, um diese Bedürfnisse zu befriedigen. Jeder dieser Bedürfnisse kann auf eine Weise erfüllt werden, die positiv oder negativ ist, denn jeder Mensch hat eine andere Strategie, seine primären Bedürfnisse zu erfüllen. Insbesondere für die Kommunikation und das Zusammensein mit anderen Personen ist die Kenntnis über die grundlegenden Bedürfnisse der Personen entscheidend. Die meisten unserer Lebensentscheidungen werden von einem dieser sechs Bedürfnisse bestimmt. Diese Bedürfnisse sind auch direkt mit spezifischen Ängsten, Unsicherheiten und Auffälligkeiten verbunden. Die menschlichen Bedürfnisse können wir durch die verbale und nonverbale Signale sowie durch die Kleidung und anderen Äußerlichkeiten erkennen. Im Profiler Buch „Menschen entschlüsseln“ sind diese universellen Motive und Bedürfnisse samt der präzisen Erkennungsmerkmale auflistet.
Menschen motivieren
Vergnügen – Schmerz
Hoffnung – Angst
Akzeptanz – Ablehnung
Vertrauen aufbauen
• Auf jegliche Gemeinsamkeiten zwischen sich und dem Gegenüber aufmerksam machen.
Die Meinung anderer beeinflussen
Die Philosophin Barbara Bleisch argumentiert, dass ein mangelndes Selbstwertgefühl und die Sehnsucht nach Zugehörigkeit dazu führen, dass Menschen sich an vorgefertigten Meinungen orientieren und diese sogar übernehmen. Ihrer Ansicht nach sollten wir Mehrheitsmeinungen weniger als richtig oder falsch bewerten, sondern sie vor allem “als sozial bedingt verstehen”.
Im Beitrag Manipulation findest du viele Infos, wie die Du Meinung anderer beeinflussen und lenken kannst. Insbesondere im Verkauf haben Studien belegt, dass es im ersten Schritt weniger um die tatsächliche Kompetenz geht, sondern vor allem um die wahrgenommene Kompetenz. Menschen neigen dazu, die gesprochenen Worte zu vergessen, nicht aber das Gefühl, das wir ihnen dabei gegeben haben. Hinzu kommt, dass in der zunehmend komplexer werdenden Welt die wahrgenommene Kompetenz immer bedeutsamer wird, da wir oft die reale Kompetenz schlicht nicht beurteilen können.
„Versuche nicht, eine gute Wahl zu sein. Eliminiere alles, was Dich zu einer schlechten Walt macht“, so Harry Beckwith. Einer der wichtigsten Grundsätze im Beeinflussen von Menschen ist es, sich von Anbeginn so gut wie möglich darzustellen und die bestmögliche Erfüllung des Auftrags in Aussicht zu stellen. Vor einer Aufgabe ist es immer von Vorteil, sich selbst zu loben – ganz egal, wie das Ergebnis ausfällt. Denn dieses Verhalten suggeriert Sicherheit und Zuversicht und zahlt direkt auf eine der wichtigsten Motivatoren von Kunden ein:
Angst vor Fehlern.
Der größte Erfolg liegt folglich darin, den Kunden ihre Angst zu nehmen. Denn Menschen entscheiden sich weniger dafür, was sie am liebsten haben möchten, sondern für das, wovor sie am wenigsten Angst haben.
Zeigen wir nun Zuversicht und sind überzeugt von unserer Kompetenz, bauen sich Sicherheit und Vertrauen in den Köpfen der Kunden auf. Hinzu kommt der Bestätigungsdrang, der uns Menschen innewohnt. Dies hat oft Bestätigungsfehler zur Folge: wir interpretieren neue Informationen oftmals genau so, dass sie unseren eigenen Erwartungen entsprechen. Es werden hierbei vorrangig nur die Informationen akzeptiert, die unsere bereits vorhandene Meinung bestätigen. Andere Informationen werden meist noch nicht einmal auf Glaubhaftigkeit überprüft.
Unterstützt wird dies durch den sogenannten Expectancy-Effect. Kurz gesagt bedeutet dieser Effekt, dass Menschen erst einmal das glauben, was man ihnen sagt, und neigen dann dazu, ihre eigene Erwartung und Unterstellung unbewusst bestätigt zu sehen. Haben wir erst einmal ein Vorurteil über eine Person, sucht unser Unterbewusstsein also automatisch nach allen Beweisen für die Richtigkeit unserer Annahme.






