Maslowsche Bedürfnispyramide. Die Maslow Pyramide beschreibt und erklärt Motivationen und Bedürfnisse des Menschen. Die Bedürfnishierarchie ist ein Modell zum Verständnis der Beweggründe für menschliches Verhalten.

Die Bezeichnung Motivation ist auf das lateinische Verb movere (bewegen, antreiben) zurückzuführen. Motivation umfasst alle Motive eines Menschen, die ihn zu bestimmten Entscheidungen und Handlungen bewegen. Häufig wird zwischen den Motivationsformen intrinsisch (von innen bzw. einem selbst) und extrinsisch (also von außen) unterschieden.

Bedürfnispyramide Maslow

In der Maslowschen Bedürfnispyramide, auch als Maslowsche Bedürfnishierarchie oder Bedürfnispyramide Maslow bekannt, beschreibt der US-amerikanische Psychologe Abraham Maslow die menschlichen Bedürfnisse und Motivationen in einer hierarchischen Struktur:

Physiologische Bedürfnisse: Grund- oder Existenzbedürfnisse wie Atmung, Wasser, Nahrung, Schlaf, Fortpflanzung…

Sicherheitsbedürfnisse: Körperliche und seelische Sicherheit, materielle Grundsicherung, Arbeit, Wohnung, Familie, Gesundheit…

Soziale Bedürfnisse: Familie, Freundschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Zugehörigkeitsgefühl, Kommunikation, sozialer Austausch, Gemeinschaft, gegenseitige Unterstützung, Beziehung, Zuneigung, Liebe und sexuelle Intimität…

Individualbedürfnisse: Vertrauen, Wertschätzung, Geltung, Selbstbestätigung, Erfolg, Freiheit und Unabhängigkeit…

Selbstverwirklichung: Entfaltung der Talente, Potenziale und der Kreativität, Persönlichkeitsentwicklung…

Die drei oberen Bereiche sind in der Bedürfnispyramide die drei untersten Stufen der Bedürfnisse. Diese decken die sogenannten Defizitbedürfnisse ab, sprich die physische Grundversorgung, persönliche Sicherheit und soziale Beziehungen. Nach Abraham Maslow müssen diese Bedürfnisse befriedigt sein, damit man überhaupt so etwas wie Zufriedenheit empfinden kann. Erst danach folgen die Wachstumsbedürfnisse. Zu diesen zählen soziale Anerkennung bzw. die individuellen Bedürfnisse nach Status, Geld, Macht, Karriere. An der Spitze steht dann die Selbstverwirklichung (das Erkennen und Entfalten des eigenen Potenzials).

Defizitbedürfnisse vs. Wachstumsbedürfnisse

Abraham Maslow unterteilt die menschlichen Bedürfnisse in Defizitbedürfnisse bzw. Mangelbedürfnisse und Wachstumsbedürfnisse bzw. unstillbare Bedürfnisse. Die ersten Stufen werden häufig als Defizitbedürfnisse bezeichnet, während die oberste Stufe als Wachstums- oder Seinsbedürfnisse bekannt ist.

Defizitbedürfnisse entstehen aufgrund von Entbehrungen und motivieren zum Handeln, solange sie nicht erfüllt werden. Zudem wächst der Wunsch nach Bedürfnisbefriedigung umso stärker, je länger sie verweigert werden. Je länger eine Person zum Beispiel keine Nahrung zu sich nimmt, desto hungriger wird sie.

Ein Beispiel: Wenn sich eine Person im Wald verirrt hat, sucht sie wahrscheinlich nach der Erfüllung ihrer physiologischen Bedürfnisse. Sie könnte hungrig oder durstig sein, keinen Unterschlupf haben oder frieren. Diese Person würde sich wahrscheinlich nicht um ihre finanzielle Sicherheit, Ansehen, Status oder ihr Bedürfnis nach Zugehörigkeit zu einer Gruppe kümmern. Sie versucht, die Bedingungen für ihr unmittelbares Überleben zu erfüllen. Im Vergleich dazu würde eine Person mit einem sicheren, gut bezahlten Job, eigenem Haus, einem Ehepartner, einer Familie und Ansehen eher nach persönlichem Wachstum, Glück, Sinn und Erfüllung streben.

Maslowsche Bedürfnishierarchie

Die erste Idee zu seinem Modell veröffentlichte Maslow 1943 unter dem Titel A Theory of Human Motivation im Psychological Review. Seine Theorie besagte, dass Menschen motiviert sind, ihre Bedürfnisse in einer hierarchischen Reihenfolge zu erfüllen. Diese Ordnung beginnt mit den grundlegendsten Bedürfnissen, bevor sie zu den weitergehenden Bedürfnissen übergeht. Das Endziel ist nach dieser Theorie das Erreichen der fünften Stufe der Hierarchie: die Selbstverwirklichung.

Maslow stellte also zunächst fest, dass der Mensch erst die Defizitbedürfnisse der unteren Ebene befriedigen muss, bevor er zu den Wachstumsbedürfnissen der höheren Ebene übergehen kann. Ein Bedürfnis beeinflusst folglich nur solange das Handeln, wie es unbefriedigt ist. Maslow war der Ansicht, dass sich die Menschen erst dann auf die Bedürfnisse auf den höheren Stufen der Pyramide konzentrieren können, wenn sie die Bedürfnisse auf den unteren Stufen weitgehend befriedigt haben. Maslow war auch der Meinung, dass ein erfülltes Leben daraus resultiert, dass die Bedürfnisse auf allen fünf Ebenen erfüllt werden.

Später stellte Maslow jedoch klar, dass die Befriedigung eines Bedürfnisses kein „Alles-oder-nichts“-Phänomen ist, und räumte ein, dass seine früheren Aussagen „den falschen Eindruck erweckt haben könnten, dass ein Bedürfnis zu 100 Prozent befriedigt sein muss, bevor das nächste Bedürfnis auftaucht“.

Wenn ein defizitäres Bedürfnis „mehr oder weniger“ befriedigt worden ist, verschwindet es und unsere Aktivitäten richten sich gewohnheitsmäßig auf die Befriedigung der nächsten Gruppe von Bedürfnissen, die wir noch nicht befriedigt haben. Diese werden dann zu unseren primären Bedürfnissen. Wachstumsbedürfnisse werden jedoch weiterhin empfunden und können sogar noch stärker werden, wenn sie einmal befriedigt wurden.

Abraham Maslow

Abraham Maslow war ein US-amerikanischer Psychologe und gilt als der wichtigste Gründervater der Humanistischen Psychologie. Später prägte Maslow den Begriff Positive Psychologie. Bekannt wurde Abraham Maslow aber vor allem im Jahr 1943 mit seinem Modell der Bedürfnispyramide. Die Maslowsche Bedürfnishierarchie wurde erstmals 1943 in Abraham Maslows Schrift „A Theory of Human Motivation“ vorgestellt. Später verfeinerte Maslow diese Theorie 1954 in seinem Buch „Motivation and Personality“. Seitdem ist diese Theorie der Maslowschen Bedürfnispyramide ein beliebtes Thema in Soziologie, Managementtraining und Psychologie.

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