Was ist Körpersprache?

Körpersprache

Nonverbales Verhalten + Körpersprache

Wenn wir über Körpersprache sprechen, betrachten wir die subtilen Hinweise, die wir untereinander nonverbal senden und empfangen. Unsere Körpersprache ist ein essenzieller Teil der menschlichen Kommunikation und Interaktion, da wir durchgehend (implizit oder explizit) über Körpersprache miteinander kommunizieren. Zur Körpersprache zählt man alles rund um Gestik, Mimik, Körperhaltung, Körperbewegung – darunter Händedruck, Sitzposition, Sitzhaltung, Position und Bewegung der Arme, Beine und Füße, Spiel mit den Händen, Fingern und Gegenständen, Kopfhaltung, Blickrichtungsverhalten, Blickkontakte, Blinzelfrequenz und das Distanzverhalten. Die Körpersprache kann noch in diese Bereiche unterteilt werden:

Mimik und Gesichtsausdrücke

Der US-amerikanische Mimik- und Emotionsforscher Dr. Paul Ekman entdeckte 7 universelle Mikroexpressionen – oder Mikro-Gesichtsausdrücke genannt, die jeder Mensch macht, wenn er eine intensive Emotion empfindet. Mimik und die Mikroexpressionen sind ein wesentlicher Bestandteil der Körpersprache.

Körper-Proxemik

Proxemik ist ein Begriff dafür, wie sich unser Körper im Raum bewegt. Wir schauen ständig darauf, wie sich jemand bewegt. Gestikuliert die Person? Lehnt sie sich an? Bewegt sie sich auf uns zu oder von uns weg? Körperbewegungen sind instrumentelle Hinweise auf die Körpersprache und sagen viel über Vorlieben, den Entspannungszustand und Nervosität aus.

Definition Körpersprache

“Wir können nicht nicht kommunizieren”, wusste schon der Kommunikationswissenschaftler, Psychotherapeut, Philosoph und Autor Paul Watzlawick. Die nonverbale Kommunikation macht über zwei Drittel unseres Verhaltens aus. Dabei wird unsere nonverbale Kommunikation zu mindestens 60 Prozent allein von der Körpersprache bestimmt. Körpersprache ist unsere Muttersprache, die erste Sprache der Kinder, die diese gut und intuitiv interpretieren können. Die Körpersprache kommt weit vor der Fähigkeit zu sprechen. Unser nonverbales Verhalten ist meist viel ehrlicher als alles, was wir verbal sagen. Unterbewusst reagieren wir immer so, wie wir uns fühlen. Unter Körpersprache versteht man die nonverbale Kommunikation eines Menschen, darunter:

  • Mimik
  • Gestik
  • Körperhaltung
  • Bewegungsabläufe
  • Schrittlänge
  • Gangart

Körpersprache analysieren

Das grundlegende Prinzip beim Körpersprache analysieren lautet:

Die Körpersprache lässt sich nur im Kontext analysieren!

KörperspracheJe nach Kontext und Umgebung zeigen wir unterschiedliche körpersprachliche Verhaltensweisen. Mit beachtet werden müssen in jedem Fall die Faktoren Raumtemperatur, Verhalten des Gegenübers, emotionale Verfassung der Person, Proxemik (Raumverhalten), Konsum koffeinhaltiger Getränke, Behinderungen oder körperliche Beeinträchtigungen, Angewohnheiten + Ticks, Anwesenheit anderer Personen, Hierarchien, Land + Kultur…

Bei der Beurteilung jedes nonverbalen Verhaltens müssen wir uns vorab fragen:

  1. Was ist der allgemeine Kontext?
  2. In welchem Land befinden wir uns?
  3. Was geschieht zu diesem Zeitpunkt? (z.B. politische Wahl, Feiertag, wirtschaftlichen Abschwung usw.)
  4. Wie sieht der situative Kontext aus?
  5. Wie sieht der unmittelbare Kontext aus? (Ort, Raum, Einrichtung, anwesende Personen, Gesprächsinhalte, Erwartungen, Autoritäten…)

Wenn wir uns mit Körpersprache deuten und dem Menschen lesen beschäftigen, hören wir recht schnell von den Begriffen Verzierungen, Embleme, Illustratoren, Beruhigungsgesten und ideomotorische Bewegungen:

Verzierungen

Kleidung, Schmuck, Sonnenbrillen, Frisuren… sind alles Erweiterungen unserer Körpersprache. Bestimmte Farben und Stile senden nicht nur Signale an andere, sondern es ist auch bezeichnend, wie wir mit unseren Ornamenten interagieren. Zappelt jemand mit seiner Uhr oder seinem Ring herum? Schminkt er sich ständig selbst oder berührt er sein Haar? All dies sind Hinweise auf die Körpersprache.

Embleme

Wenn wir etwas nicht wissen, dann zucken wir mit den Achseln. Wollen wir jemanden Grüßen, winken wir mit der Hand oder heben einfach nur die Hand. Sind wir wütend, ballen wir eine Faust. Embleme sind also körpersprachliche Platzhalter für Worte. Embleme sind jedoch stark kulturabhängig.

Illustratoren

Illustratoren sind Untermalungen einer Aussage. Wir untermalen Aussagen oft mit den Händen, zeichnen Dinge in die Luft oder setzen Akzente. Auch die Augenbrauen werden benutzt, um beispielsweise Erstaunen zu zeigen.

Beruhigungsgesten

Diese setzen wir dann ein, wenn wir unter Stress stehen. Meistens streicheln wir uns selbst, fahren uns durchs Haar oder reiben eine Körperstelle. Einige kauen an den Fingernägeln, andere gehen mit den Händen in den Nacken oder spielen an ihrer Kette oder Uhr herum. Erhöht sich die Anzahl der Beruhigungsgesten, so ist dies ein Hinweis für eine emotionale Belastung.

Als natürliche Reaktion auf Angst oder Stress sucht der Mensch nach Dingen, die ihn beruhigen. Nahezu jeder Mensch hat sich im Laufe seines Lebens sogenannte Beruhigungsgesten angewöhnt, die wir uns hervorragend zur Feststellung von Stress, Unbehagen oder Angst zunutze machen können. Die meisten Stress- und Verlegenheitsreaktionen dienen dazu, uns selbst zu beruhigen. Das Gehirn weißt den Körper an, etwas zu tun, das bestimmte Nervenenden stimuliert. Dadurch werden beruhigende Endorphine im Gehirn ausgeschüttet und man entspannt sich. So besitzt der Hals z.B. viele Nervenenden, die auf manuelle Stimulation reagieren und dadurch den Blutdruck senken, den Puls verlangsamen und die Person sich dadurch beruhigt. Jeder hat individuelle Vorlieben, z.B. Rauchen, Kaugummi kauen, mit aufgeblähten Wangen ausatmen, Lippen lecken, mit Dingen spielen, Krawatte richten, Nase hochziehen etc. Bei Frauen ist die Nummer eins der Beruhigungsgesten mit dem eigenen Schmuck spielen, an das Handgelenk oder in den Nacken greifen. Bei Männern sind die top Beruhigungsgesten mit der Hand zum Hinterkopf oder zur Stirn fassen, Hand zum Handgelenk der anderen Hand (kommt jedoch nur in ca. 30 Prozent der Fälle vor). Einige weitere Beispiele:

Beruhigungsgesten Frauen

  • Frauen fassen sich verstärkt an Hals, Kleidung, Schmuck, Arme, Haare
  • Drosselgrube am Hals bedecken = Anzeichen von Druck, Bedrohung, Unwohlsein, Unsicherheit, Nervosität
  • Stirn reiben = innerlich mit sich hadern, leichtes bis schweres Unbehagen verspüren
  • Nacken berühren = emotionales Unbehagen, Zweifel oder Unsicherheit
  • Mit den Haaren spielen

Beruhigungsgesten Männer

  • Männer fassen sich zur Beruhigung mehr ins Gesicht
  • Richten der Krawatte / des Hemdkragens
  • Hand an die Nase
  • Nase hochziehen

Die häufigsten Verhaltensweisen zur Selbstberuhigung

  • (Schwitzende) Hände abwischen
  • Kaugummi kauen / Kaubewegung ohne Nahrungsmittel
  • Auf Gegenstand kauen / mit Gegenstand spielen
  • Mit den Händen / Haaren spielen
  • Mit den Füßen spielen / aneinander reiben
  • Wiederholte Schluckbewegungen
  • Pfeiftöne
  • Beim Rauchen tiefer als normal einatmen
  • Krawatte zurechtziehen / Krawattenknoten od. Hemdkragen lockern
  • Über Körperteile streichen (Gesicht, Nacken etc.)
  • Tiefes Atmen
  • Nase hochziehen
  • Künstlich husten

Ideomotorische Bewegungen

Bewegungen, die ohne Mitwirkung des Willens unbewusst ausgeführt und nur durch Vorstellung ausgelöst werden (William B. Carpeter).

Attributionsfehler

Vielen Menschen neigen dazu, das Verhalten einer anderen Person eher persönlichen Faktoren zuzuschreiben, das eigene Verhalten wird dagegen eher situationalen Faktoren zugeschrieben. Dies wird auch Attributionsfehler genannt. Per Definition ist “Attributionsfehler” ein Begriff aus der Sozialpsychologie und “bezeichnet die Neigung, den Einfluss dispositionaler Faktoren, wie Persönlichkeitseigenschaften, Einstellungen und Meinungen, auf das Verhalten anderer systematisch zu überschätzen und äußere Faktoren zu unterschätzen”.

Einer der gravierendsten Fehler dabei ist, dass wir einem Verhalten einer Person eine Interpretation geben. Beispiel: verschränkte Arme sind ein Zeichen für Verschlossenheit. In der Realität haben nonverbale Verhaltensweisen unterschiedliche Bedeutungen und erst viele Anzeichen geben ein klares und verlässliches Bild – insbesondere im Abgleich zur Baseline.

Körpersprache von Männern – Körpersprache Frauen

Körpersprache von Männern – Körpersprache Frauen

Wir kommunizieren über unsere Körpersprache. Dazu gehören unsere Gestik (Bewegungen der Körperteile), unsere Mimik (Aussagen unseres Gesichtes), die Haltung und unsere Ausstrahlung (Charisma). In einer von Monica Moore, Professorin für Experimentelle Psychologie von der Webster University in St. Louis, durchgeführten Studie, wurden Teilnehmer gebeten, einen Stummfilm zu entschlüsseln. Frauen konnten zu 87 Prozent erraten, was geschehen ist, Männer hingegen konnten nur 42 Prozent der Zeit die Situation richtig einschätzen. Interessanterweise waren homosexuelle Männer und Männer in hochemotionalen Berufen (Pflege, Lehre und Schauspiel) fast genauso gut wie Frauen. Frauen sind von Natur aus besser darin, Körpersprache zu lesen, weil größere Teile ihres Gehirns aktiv sind, während sie das Verhalten anderer bewerten. MRT-Scans zeigen, dass Frauen 14 bis 16 aktive Hirnareale haben während sie andere analysieren, während Männer nur vier bis sechs aktive Hirnareale haben.

Kampf-oder-Flucht-Reaktion: Die drei Grundreaktionen auf Bedrohung

Schon von Urzeiten her reagiert der Mensch in Angstsituationen mit den drei reflexartigen Verhaltensweisen Angriff, Flucht oder Starre, auch Kampf-oder-Flucht-Reaktion bzw. fight-or-flight response genannt. Kampf ist dabei fast immer das letzte Mittel, wenn andere Schutzverhaltensmuster versagt haben.

Wir Menschen sind auf andere abgestimmte soziale Wesen und befinden uns daher die meiste Zeit in einem Resonanz- / Anpassungsmodus. „Adaptive Reaktionen“ nennt man die Anpassung des Verhaltens an die Umgebungsveränderung. Wir passen uns den jeweiligen Gegebenheiten an und machen unsere Gefühle erkennbar, um so unser Überleben zu sichern, in dem wir durch nonverbale Signale z.B. andere warnen (z.B. bei Gefahrensituationen). In der Schockstarre passiert biologisch auch etwas Interessantes: das ganze Blut aus den in Gefahrensituationen eher unwichtigeren Organen, wie zum Beispiel dem Magen, wird in die Gliedmaßen gepumpt, damit die Muskeln besser mit Sauerstoff versorgt werden und man schneller rennen oder besser kämpfen kann. Zudem wird Adrenalin ausgestoßen. Adrenalin sorgt dafür, dass die Herzfrequenz steigt, der Blutdruck steigt, die Bronchien sich erweitern, Energie schneller bereitgestellt wird und uns schmerzunempfindlicher macht.

Unser Stresssystem ist evolutionär geprägt. Beim Stress gibt es Unterschiede zwischen Männern und Frauen: Studien haben gezeigt, dass während der Arbeit der Cortisolspiegel bei Frauen zwei Mal höher ist als bei Männern. Wenn Frauen nicht in der Lage sind, mit anderen zu kommunizieren oder zusammenzuarbeiten, produzieren sie nicht genügend Oxytocin. Dies macht es für sie schwierig, sich von Stress zu erholen. Während Männer eher mit dem „Fight-or-Flight-Prinzip“ (Kämpfen oder Fliehen) auf Stress reagieren, führt Stress bei Frauen eher zu „tend and befriend“, also sich kümmern und Freunde machen. Frauen versuchen häufig Stress mit viel Schlaf auszugleichen. Aber vor allem haben Frauen bei Stress einen erhöhten Gesprächsbedarf: jede 2. Frau hat bei Stress und Belastung ein starkes Bedürfnis mit dem Partner zu sprechen. Dagegen hat Studien zufolge nur jeder 6. Mann Redebedarf bei Stress. Männer suchen eher Ausgleich durch Sport, Ablenkung, Verdrängung oder Entspannung „beim Bierchen“.

Körpersprache deuten: Behagen – Unbehagen

Ist man noch ungeübt im Menschen lesen, so ist ein erster sinnvoller Schritt, Behagen und Unbehagen beim Gegenüber zu unterscheiden, also ob sich die Person wohl oder unwohl fühlt. Dabei hilft es darauf zu achten, ob die Gesten mit der Schwerkraft oder gegen die Schwerkraft ausgeführt werden.

Das grundlegende Prinzip hierbei lautet:

Gesten gegen die Schwerkraft zeigen Behagen, Gesten mit der Schwerkraft zeigen Unbehagen!

Behagen oder Unbehagen erkennen wir meist recht intuitiv. Fühlt sich die Person gerade wohl in der Situation? Zeigen die Gesten gegen die Schwerkraft? Ist die Person entspannt und in Gestik, Mimik und Ausdruck kongruent?

Beispiel: die Arme nach oben heben ist eine Geste gegen die Schwerkraft und zeigt Behagen. Die Schultern schlaff nach unten hängen zu lassen ist eine Geste mit der Schwerkraft und zeigt Unbehagen. Mittels dieser Beispiele können Anzeichen für Behagen bzw. Unbehagen erkannt werden:

Behagen Unbehagen
Verbal
deutlich undeutlich
klar zittrig
voluminös ohne Volumen
laut leise
ausdrucksstark undeutlich / nuscheln
bestimmend fragend
rhythmisch monoton
ruhig schnell
Nonverbal
breiter Stand schmaler Stand
aufrechte Haltung geduckte Haltung
angehobenes Kinn eingezogenes, gesenktes Kinn
Schultern locker und entspannt Schultern hochgezogen
Rumpf offen Rumpf verdeckt, Schutz der Genitalen
hochgezogene Augenbrauen verkrampftes Gesicht
entspannte Augenmuskulatur angespannte Augenmuskulatur
lächelnd mit Augen starrer Blick
abgesenkter Kopf Gesichtsberührung
verlangsamte Blinzelfrequenz erhöhte Blinzelfrequenz
direkter Augenkontakt Augenkontakt vermeiden
Gähnen Lippen aufeinander pressen
Streicheln des Kinns Kieferpressen
Hand zum Kinn Erweiterung der Nasenlöcher
Zeigen/Öffnen der Handflächen + Arminnenseiten Handflächen verstecken, Arminnenseiten geschützt
Fingerspitzen aufeinander nach oben Mit der Hand den Mund berühren
Entspannung der Finger Steife Oberarme
Beine übereinander geschlagen Umklammern der Oberschenkel
Bauchatmung Brustatmung
sich anlehnen Bildung von Barrieren
normale Hautfarbe Erblassen / Erröten, ggf. Schwitzen

Hochstatus und Tiefstatus: Körpersprache in Bezug auf Status

Oft die die Körpersprache auch in Hochstatus und Tiefstatus unterteilt:

Beispiele für Hochstatus

  • Muss nicht unfreundlich, streng oder autoritär sein
  • Entspannt geöffnete Augen
  • Angemessener Blickkontakt (kein Anstarren)
  • Feste, aufrechte Kopfhaltung
  • Aufrechte, entspannte Körperhaltung
  • Hände wenig im Gesicht / am Kopf
  • Fließende, flüssige Gestik
  • Geringes Augenblinzeln
  • Freundlicher, eher distanzierter Gesichtsausdruck
  • Gelassene Ausstrahlung
  • Reduzierte Bewegungen
  • Fußspitzen eher nach außen
  • Angemessen fester Händedruck (nicht übertrieben stark)

Beispiele für Tiefstatus

  • Fasst sich häufiger an Ohr / Nase / Gesicht / Haare
  • Kratzt sich am Hinterkopf
  • Hält beim Sprechen oft die Hand vor den Mund
  • Redet atemlos und eher leise
  • Beißt sich oft auf die Unterlippe
  • Insgesamt aufgeregt und motorisch
  • Rutscht unruhig auf dem Stuhl hin und her
  • Nervöse Hände
  • Hält den Kopf schräg und dauernd in Bewegung
  • Vermehrtes Augenblinzeln
  • Vermeidet direkten Blickkontakt, richtet den Blick eher nach unten
  • Augen meist weit aufgerissen (naiv)
  • Fußspitzen zeigen eher nach innen
  • Sanfter, lascher Händedruck

Mikroexpressionen

Die Analyse der Körpersprache ohne Beachtung der Mimik ist oft zu schwach oder irreführend. Oft ist es genau der Gesichtsausdruck, der der Körpersprache eine ganz andere Bedeutung verleiht. Man sagt, dass das Gesicht die Bühne unserer Gefühle ist. In einem Gesicht können wir Gefühle, Erwartungshaltungen und Reaktionen lesen. Für unsere Vorfahren, die Urmenschen vor über 300.000 Jahren, war es überlebenswichtig, die Mimik lesen zu können, da die verbale Sprache zu dieser Zeit noch nicht entwickelt war.

Wie unser Inneres mit der Außenwelt verbunden ist, zeigen beispielsweise die Spiegelneuronen. Die Nervenzellen „Spiegelneuronen“ in unserem Gehirn bestimmen unser Empfinden und soziales Verhalten. US-Forscher fanden heraus, dass die Spiegelneuronen uns das fühlen lassen, was andere empfinden, z.B. Mitleid, Trauer, Freude oder Schmerz. Sie erzeugen Intuition, die uns ahnen lässt, was kommen könnte. Dank der Spiegelneuronen in unserem Gehirn ahmen wir unbewusst die Gesichtsausdrücke unserer Gesprächspartner nach, selbst wenn wir diese nur unbewusst wahrnehmen (Dimberg, Thunberg & Elmehed, 2000).

Was sind Mikroexpressionen?

Mikroexpressionen, auch Mikromimik genannt, sind flüchtige Gesichtsausdrücke, die nur Sekundenbruchteile dauern (zwischen 0,5 bis 4 Sekunden, meist max. 1,2 Sekunden). Kurz gesagt sind Mikroexpressionen ein kurzer, unwillkürlicher Gesichtsausdruck, den Menschen bei intensiven Gefühlen machen. Mikroexpressionen (engl. Micro Expressions oder auch facial expressions) gehören zum angeborenen Verhaltensrepertoire der Menschen und sind unabhängig von Kultur, Geschlecht oder Rasse.

Laut Paul Ekman können wir unsere Emotionen als Reaktion auf ein Ereignis für kurze Zeit nicht kontrollieren. Wir haben 47 Muskeln in unserem Gesicht, die unmittelbar unsere wahren Emotionen sichtbar machen. Diese emotionalen Ausrücke sind meist nur ganz kurz im Gesicht sichtbar. Diese geben Aufschluss über die sieben universellen Basisemotionen, die nach Ekman weltweit kultur- und geschlechterübergreifend gleich sind:

  • Freude
  • Verachtung
  • Ekel
  • Wut / Ärger
  • Trauer
  • Angst
  • Überraschung

Einfache Gesichtsausdrücke zeigen sich primär in einer Gesichtshälfte – zum Beispiel Ekel, Verachtung, Freude. Komplexe Micro Expressions sind Kombinationen von Muskelbewegungen, die in beiden Gesichtsbereichen zu sehen sind, zum Beispiel bei Angst, Überraschung, Ärger und Trauer.

Auch über diese Mikroexpressionen hinaus sind die Gesichtsausdrücke allgemein von entscheidender Bedeutung. Wenn wir nicht wissen, was ein bestimmter Gesichtsausdruck bedeutet, können wir diesen einfach nachahmen und wissen dann oftmals auf diese Weise, was diese Expression bedeutet. Die wissenschaftliche Erklärung dafür heißt „Facial-Feedback-Hypothese“. Demnach hängen unsere Gefühle und unsere Mimik untrennbar zusammen. Wenn wir ein Gefühl haben, dann spiegelt sich dies direkt in unserem Gesicht wider. Und umgekehrt: nehmen wir einen bestimmten Gesichtsausdruck an, stellt sich das zugehörige Gefühl nach kurzer Zeit ein.

Es gibt 4 Teile des Gesichts, die sich leicht in Abschnitte unterteilen lassen, die wir studieren können.

  1. Die Stirn
  2. Die Augenbrauen
  3. Die Augen
  4. Der Mund

Die Stirn ist das erste, was man gut sehen kann, wenn jemand auf der anderen Seite des Raumes steht und man versucht herauszufinden, welche Emotion diese Person erlebt. Die Emotionen Traurigkeit, Glück oder Besorgnis können wir meist intuitiv und ohne Übung gut erkennen. Die Augenbrauen spielen eine große Rolle bei der Übermittlung von Emotionen, da sie mit der Stirn verbunden sind. Ebenfalls sehr entscheidend für die Übertragung von Emotionen sind die Augen und die Positionen der Augenlider.

Der Mund kann leicht eine Studie für sich sein, und auch er spielt eine wichtige Rolle bei dem, was wir oder die Person, die wir beobachten, übermitteln.

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