Körpersprache richtig deuten

Körpersprache richtig deuten und lesen

Nonverbale Kommunikation entschlüsseln

Unter Körpersprache versteht man die nonverbale Kommunikation eines Menschen, darunter:

  • Mimik
  • Gestik
  • Körperhaltung
  • Bewegungsabläufe
  • Schritte
  • Gangart

Körpersprache lesen und entschlüsselnMindestens 60% unserer nonverbalen Kommunikation sind allein Körpersprache. Körpersprache ist unsere Muttersprache, die erste Sprache der Kinder, die diese gut und intuitiv interpretieren können. Die Richtung unseres Körpers gibt dabei Aufschluss über die Richtung unserer Aufmerksamkeit. Unsere Körpersprache tendiert in zwei Richtungen: unsere Körperhaltung beeinflusst unsere Gedanken und unsere Gedanken beeinflussen unsere Körperhaltung. Wenn wir z.B. unsere Körperhaltung ändern, werden in nur ca. 2 Minuten die Gedanken und Gefühle dieser veränderten Stellung folgen (Wechselwirkung). Meist bewegen wir beim Sprechen die Hände, was auch nicht weiter verwunderlich ist, wenn man weiß, dass im Gehirn die Zentren für die Sprache und die Bewegung der Hand im selben Areal sitzen. Fast 4.000 Informationszentren sitzen allein in den Fingerkuppen. Unsere Hände nehmen fast einen Drittel unserer vorderen Gehirnhälfte ein. Alles scheint bei der nonverbalen Kommunikation zusammenzuhängen und einander zu bedingen. Auch die Proxemik, also das Distanz- bzw. Raumverhalten, sagt viel in der nonverbalen Kommunikation über eine Person aus. Je höher der Status einer Person, desto ausgeprägter das Raumverhalten.

Unsere Körpersprache ist die ehrlichste Ausdrucksweise und die spontanste. Die Erfahrung zeigt: wenn man eine Wahl hat, sollte man auf die Körpersprache vertrauen, da die Körpersprache nie lügt und nie vollständig selbst zu kontrollieren ist. Wenn wir im Erkennen und richtigen Deuten von Gestik, Mimik und Mikroexpressionen geübt sind, lassen sich sehr verlässliche Rückschlüsse auf die zu analysierende Person ziehen. Bei der Analyse sind eine Reihe von Faktoren zu beachten, darunter u.a. die Umgebung, Temperatur, der Anlass des Gespräch und ein für die Person typisches Verhalten (Baseline). Erst wenn alles im Kontext richtig betrachtet wird, gelingt ein treffsicheres Persönlichkeitsprofil. Zu berücksichtigen ist dabei auch der kulturelle Rahmen, da in unterschiedlichen Ländern körpersprachliche Signale auch unterschiedliche Bedeutungen haben (können).

Wissenschaftliche Studien haben herausgefunden: Wir entscheiden, ob wir jemandem glauben, ob wir jemanden mögen und ob wir jemandem vertrauen, noch ehe die Person das erste Wort gesagt hat. Instinktiv und unterbewusst beurteilen wir unser Gegenüber nonverbal anhand der drei Kriterien „Freund oder Feind?“, „Gewinner oder ein Verlierer?“, „Verbündeter oder Gegner?“.

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Körpersprache lesen

Um Körpersprache lesen zu können, gibt es drei Grundregeln:

  1. Regel:
    Grundsätzlich kann man sagen: Richtung des Körpers = Richtung der Aufmerksamkeit!
  2. Regel:
    Wir sind die Summe unserer Gewohnheiten. Jeder Mensch hat ein Grundverhalten (Baseline), das wir beim deuten der Körpersprache definieren müssen. Es sind die Veränderungen im Verhalten, die am Aussagekräftigsten sind!
  3. Regel:
    Bei der Beobachtung von Körpersprache sollten wir immer von unten nach oben gucken. Unsere Füße und Beine sind am „ehrlichsten“. Der Schriftsteller und Zoologe Desmond Morris hat herausgefunden, dass Bewegungen unserer Füße verraten, was wir denken und fühlen. Wenn wir unsere Körpersprache aktiv beeinflussen oder kontrollieren wollen, so tun wir dies immer im oberen Bereich unseres Körpers: Gesicht, Arme, Hände, Schultern…

Um Körpersprache deuten zu können, ist die Beobachtung ganz entscheidend. „Sie sehen, aber sie beobachten nicht“, so ein Zitat von Sherlock Holmes. Wir sollten trainieren, unsere unterbewusste Wahrnehmung zur bewussten Wahrnehmung zu machen. Gerade zu Anfang können die dadurch neu gewonnenen Eindrücke schnell verwirren und überfordern. Auf was soll ich alles achten? Was bedeuten die einzelnen Körpersignale? Was habe ich übersehen? Ein Tipp: Entscheidend ist zunächst, auf Behagen oder Unbehagen zu achten. Wenn wir uns also nicht sicher sind, wie ein Verhalten zu deuten ist, können wir auf diese beiden Zustände bei unserem Gegenüber achten:
Behagen: Zufriedenheit, Freude, Entspannung…
Unbehagen: Unmut, Stress, Nervosität, Anspannung, Unzufriedenheit…

Körpersprache erkennen

„Die Welt ist voll von offensichtlichen Dingen, die niemals jemand bemerkt“, so ein weiteres Zitat von Sherlock Holmes. Wir müssen lernen, unsere Aufmerksamkeit weg von uns und hin zur Beobachtung unseres Gegenübers zu lenken. Es gibt 5 zentrale Prinzipien, um Körpersprache richtig zu deuten:

  1. Kontext: der Kontext beeinflusst die Körpersprache (z.B. Umgebung)
  2. Kalibrieren: Kalibrieren, was „normal“ für diese Person ist – wie ist das Norm-Verhalten? (Baseline)
  3. Komfort: komfortable Positionen spiegeln das Innere
  4. Veränderung: Auf Veränderungen achten
  5. Kombination: Kombinationen bestätigen die Vermutung (gehen mehrere Positionen in die selbe Richtung?) – 80% Wahrscheinlichkeit

Nonverbale KommunikationNonverbale Kommunikation verstehen und deuten

Studien zufolge bestimmt die nonverbale Kommunikation bis zu 80% unseres Erfolgs. Samy Molcho kam aufgrund seiner Jahrzehnte langer Forschung zu der Überzeugung, dass 80 Prozent unserer Reaktionen und Entscheidungen durch nonverbale Kommunikation ausgelöst werden.

Doch was genau ist „nonverbale Kommunikation“? Zur nonverbalen Kommunikation zählt man alles, was nicht verbal artikuliert wird. Kurz: die Verständigung ohne Worte. Darunter zum Beispiel:

  • Mimik
  • Gestik
  • Körperbewegung (Kinesik)
  • Distanz- bzw. Raumverhalten (Proxemik)
  • Beziehungen
  • Haltung
  • Kleidung / Körperinszenierung (Schmuck, Frisur, Tattoos)

Das WIE der Kommunikation entscheidet dabei, weniger das WAS.

Bei der nonverbalen Kommunikation spielen archetypische Vererbung, kulturelle Besonderheiten, Traditionen, die soziale Umgebung sowie der eigene Status eine große Rolle. So bestimmt beispielsweise der Status einer Person den Umgang, das Raum- und Distanzverhalten. Häufig drücken sich Status auch in der Haltung, den Beziehungen, der Kleidung und der Körperbewegung aus.

5 Beispiele, Körpersignale richtig zu lesen:

Körpersignale richtig lesen und interpretieren1. Hände hinter dem Rücken, eine Hand umfasst dabei das Handgelenk der anderen
Bedeutung: Selbstkontrolle, abwartend, sich zurücknehmen, Selbstsicherheit, Passivität…

2. Hände verschränkt hinter dem Nacken, Ellenbogen nach außen gespreizt
Bedeutung: Selbstsicherheit, ein Gefühl von Überlegenheit, z.T. auch ein Zeichen von Unsicherheit (durch die Geste soll Sicherheit demonstriert werden).

3. Hände auf die Hüfte gestützt, Arme nach außen gespreizt
Bedeutung: Zeichen von Selbstsicherheit, den eigenen Raum einnehmen und verteidigen (territoriales Verhalten), ggf. Aggressivität, bereit für Aktivität.

4. Ganganalyse: Zehen bei jedem Schritt nach oben ziehen
Bedeutung: gebremst agieren, prüfend, abwägend, Sicherheit ist für diese Person entscheidend.

5. Daumen in Faust
Bedeutung: sich zurücknehmen, Autorität akzeptieren, ggf. Unsicherheit, Entmachtung.

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