Die Diskussion um den optimalen Führungsstil von Gründern ist in der Tech-Welt wieder entflammt, ausgelöst durch Brian Chesky, Mitgründer und CEO von Airbnb. In einer Rede bei Y Combinator stellte Chesky die herkömmliche Auffassung von Unternehmensführung infrage. Die zentrale Frage: Sollten Gründer, wenn ihr Unternehmen wächst, die Zügel aus der Hand geben und in den “Manager Mode” wechseln? Chesky sagt nein – und argumentiert für den sogenannten „Founder Mode“.
Als Airbnb expandierte, folgte Chesky dem verbreiteten Ratschlag, Verantwortung zu delegieren. Der Ansatz, talentierte Menschen einzustellen und ihnen Freiraum zu geben, führte jedoch nicht zum gewünschten Erfolg. Probleme wurden erst erkannt, wenn sie bereits eskaliert waren. Der Wendepunkt kam, als Chesky sich entschloss, wieder in jedes Detail des Unternehmens einzutauchen. Er erkannte, dass es effektiver ist, von Anfang an präsent zu sein, anstatt im Nachhinein Krisen zu bewältigen.
Dieser „Founder Mode“ steht im Gegensatz zum traditionellen „Manager Mode“, bei dem die operative Führungsebene weitgehend delegiert wird. Chesky betrachtet dies als fundamentalen Fehler. Anstatt sich nur auf direkte Berichte zu verlassen, sollten Gründer den direkten Austausch mit Teams auf allen Ebenen suchen. So können sie Probleme frühzeitig erkennen und Lösungen entwickeln, bevor diese zu komplex werden.
Steve Jobs und Elon Musk werden oft als Paradebeispiele für den Founder Mode genannt – Gründer, die durch ihre tiefe operative Einbindung den Erfolg ihrer Unternehmen maßgeblich beeinflussten. Chesky studierte Jobs’ Führungsstil genau und passte diesen für Airbnb an. Dabei setzte er den Fokus auf ein intensives Engagement in Produktentwicklung und Kundenfeedback.
Ein wahres Beispiel aus der Praxis: Ein Münchner Unternehmer fuhr jahrzehntelang einen BMW. Vor einigen Jahren ging er zur Tesla-Filiale in München und sagte, er sei unzufrieden mit seinem BMW und wolle nun einen Tesla kaufen. Zwei Tage später klingelte das Telefon des Kunden, und am Apparat war Elon Musk, der im Detail wissen wollte, was den Kunden an seinem bisherigen Auto störte und was ihn genau dazu veranlasst hatte, zu Tesla zu wechseln.
Die Debatte um den Founder Mode zeigt auf, dass es keinen universellen Führungsstil für wachsende Unternehmen gibt. Während der Manager Mode auf Delegation setzt, vertritt Chesky die Ansicht, dass aktive und umfassende Einbindung für Gründer essenziell ist, um langfristigen Erfolg zu sichern. Vor allem in der Start-up-Welt, wo Innovation und Geschwindigkeit entscheidend sind, scheint dieser hands-on-Ansatz viele Vorteile zu bieten.
Gründer wie Chesky, Jobs und Musk zeigen, dass der Schlüssel zum Erfolg oft darin liegt, nicht nur zu managen, sondern selbst als Visionär und Problemlöser an vorderster Front zu stehen – und stehen zu bleiben.





