Die Wechselwirkung von Gesichtsausdruck und Emotion
Facial Feedback Hypothese. Unser Körper hat seine eigene Intelligenz. Spätestens aus der Embodiment Forschung kennen wir die Wechselwirkung von Körper und Geist: unsere Gedanken beeinflussen unseren Körper und unser körperlicher Zustand beeinflusst unsere Psyche. Der Embodiment-Ansatz erforscht sozialpsychologisch die Wechselwirkung zwischen Körper, Handlungen, Gefühlen und Denken. Bekannt wurde Embodiment unter anderem durch die Power Posen.
Dabei gibt es auch eine wechselseitige Verbindung zwischen Emotion und Gesichtsausdruck: die Facial Feedback Hypothese besagt, dass ein Gesichtsausdruck nicht nur eine Emotion ausdrückt, sondern dass ein Gesichtsausdruck auch unser emotionales Empfinden beeinflusst. Demnach macht ein Lächeln den Menschen in der Regel glücklicher, ein Stirnrunzeln dagegen trauriger. Die Facial Feedback Hypothese besagt also, dass das emotionale Erleben durch den Gesichtsausdruck beeinflusst wird.
Die Mimik allein bahnt sofort die Nervenbahnen in unserem Gehirn, setzt unterschiedliche Botenstoffe frei und verändert unsere Stimmung. Das die Bewegung der Gesichtsmuskeln einen Einfluss auf das Erleben von Gefühlen hat, wurde in Studien zur Facial Feedback Hypothese bestätigt:
In einer Studie wurden drei Versuchsgruppen Cartoons von Gary Larso gezeigt und sie sollten bewerten, wie lustig die Cartoons waren. Diese Studie ergab, dass diejenigen Teilnehmer die Cartoons am lustigsten fanden, die beim Lesen einen Stift zwischen ihren Zähnen hielten und zwar so, dass dieser die Lippen nicht berühren durfte. Dadurch wurden dieselben Muskeln aktiviert, die auch beim Lächeln aktiviert werden. Dieses Ergebnis wurde als Bestätigung für die Facial Feedback Hypothese gewertet.
Die Facial Feedback Hypothese wurde in weiteren Studien zunächst in Teilen relativiert und jüngst durch ein internationales Team um Nicholas Coles von der Stanford University wieder bestätigt. Zwar konnte nicht der Stift-im-Mund-Test bestätigt werden, so aber eine Wechselwirkung von Gesichtsausdruck und emotionalem Empfinden.





