Der Dunning-Kruger-Effekt

Dunning-Kruger-Effekt

Begriff von David Dunning und Justin Kruger aus dem Jahre 1999

Der Dunning-Kruger-Effekt geht auf David Dunning und Justin Kruger aus dem Jahre 1999 zurück. Der Dunning-Kruger-Effekt bezeichnet eine sogenannte kognitive Verzerrung. Kurz gesagt besagt der Dunning-Kruger-Effekt, dass, je weniger ich weiß, desto mehr glaube ich Experte zu sein. Hierbei haben wir nicht ausreichend Kenntnisse über eine Thematik, um die eigene Unwissenheit zu diesem Thema ausreichend einschätzen zu können. Diejenigen, die am wenigsten über ein Thema wissen, sind daher leider oft genau diejenigen, die glauben, sie wüssten es besser als andere.
Beispiele: bei unerfahrenen Aktieninvestoren erleben wir den Dunning-Kruger Effekt oftmals so, dass diese Personen ihre eigene Fähigkeit stark überschätzen, die Arbeit von echten Experten und Forschern hinreichend beurteilen zu können. Je unerfahrener Aktieninvestoren sind, desto mutiger, risikoreciher und irrationaler agieren sie.

Ein weiteres Beispiel liefert der jährliche Gallup Engagement Index. Eine Gallup Studie aus dem Jahr 2016 besagt, „97 Prozent aller Führungskräfte halten sich für eine gute Führungskraft“. Dem steht gegenüber, dass laut Gallup sieben von 10 Arbeitnehmern (69 Prozent) angeben, dass sie im Lauf ihres Arbeitslebens mindestens einmal einen schlechten Vorgesetzten hatten.

Menschen wollen das positive Selbstbild von sich aufrechterhalten und neigen daher systematisch zur positiven Selbstüberschätzung.

Wikipedia definiert diesen Effekt wie folgt:

Als Dunning-Kruger-Effekt wird die systematische fehlerhafte Neigung relativ inkompetenter Menschen bezeichnet, das eigene Wissen und Können zu überschätzen und die Kompetenz anderer zu unterschätzen“.

Für das treffsichere Erkennen von Menschen ist die Kenntnis über den Dunning-Kruger-Effekt bedeutsam, da wir dazu neigen, uns selbst alle für absolute Experten im Erkennen von anderen Menschen zu halten. Die Berufsgruppe Richter gehört beispielsweise Studien zufolge zu denjenigen, die am schlechtesten darin sind, andere Menschen und deren Lügen zu durchschauen. Einerseits, weil sie darin viel zu selten wirklich geschult sind, andererseits aber eben auch, weil sie sich von Berufswegen selbst für absolute Experten halten. Jedoch auch abseits von Berufen wie Richter, Polizisten, Zollbeamten oder HR-Experten wird kaum einer selbstkritisch und ehrlich genug sein um zu erkennen und sich einzugestehen, wie wenig wir wirklich über andere Menschen, deren Persönlichkeit, Verhalten und Motive wissen.

Teufelskreis der Inkompetenz

Dunning und Kruger schlussfolgerten den Teufelskreis der Inkompetenz wie folgt:

1. Überschätzung der eigenen Fähigkeiten

Weniger kompetente Menschen neigen dazu, sich selbst zu überschätzen.

2. Unvermögen überlegene Fähigkeiten bei anderen zu erkennen

Diese Menschen verkennen zudem die Kompetenz und Intelligenz anderer.

3. Unvermögen, das Ausmaß der eigenen Inkompetenz zu erkennen

Sie erkennen deshalb das Ausmaß ihrer Inkompetenz nicht und sehen zudem nicht die Notwendigkeit, sich weiterzubilden und damit ihre Kompetenz zu steigern.

Die beiden Forscher Dunning und Kruger publizierten ihre Befunde in der Studie Unskilled and unaware of it. How difficulties in recognizing one’s own incompetence lead to inflated self-assessments. Im Jahr 2000 erhielten Dunning und Kruger für die Studie den satirischen Ig-Nobelpreis im Bereich Psychologie.

Als Schlussfolgerung kann man sagen, dass schwache Leistungen tendenziell mit einer stärkeren Selbsteinschätzung einhergehen als starke Leistungen.

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In einer von Monica Moore, Professorin für Experimentelle Psychologie von der Webster University in St. Louis, durchgeführten Studie, wurden Teilnehmer gebeten, einen Stummfilm zu entschlüsseln. Frauen konnten zu 87 Prozent erraten, was geschehen ist, Männer hingegen konnten nur 42 Prozent der Zeit die Situation richtig einschätzen. Interessanterweise waren homosexuelle Männer und Männer in hochemotionalen Berufen (Pflege, Lehre und Schauspiel) fast genauso gut wie Frauen. Frauen sind von Natur aus besser darin, Körpersprache zu lesen, weil größere Teile ihres Gehirns aktiv sind, während sie das Verhalten anderer bewerten. MRT-Scans zeigen, dass Frauen 14 bis 16 aktive Hirnareale haben während sie andere analysieren, während Männer nur vier bis sechs aktive Hirnareale haben.

Der Dunning Kruger Effekt Beispiel