Das DISG Persönlichkeitsmodell

Profiling mit dem DISG-Modell

DISC: Persönlichkeitstest zum besseren Verständnis von Menschen

DISG ist ein Persönlichkeitstest, der auf der Selbstbeschreibung des Teilnehmers basiert. Das Modell enthält vier grundständige Persönlichkeitstypen, nach denen sich die Persönlichkeit eines Menschen folgendermaßen beschreiben lässt:

  • dominant
  • initiativ
  • stetig
  • gewissenhaft

Die Anfangsbuchstaben dieser Grundtypen bilden dann auch das Akronym, das im Englischen als DISC bekannt ist. Analog zum Deutschen sind auch hier die Anfangsbuchstaben der verschiedenen Typen Dominance, Influence, Steadiness und Compliance für die Bezeichnung maßgeblich. Bei diesem Modell handelt es sich um einen Test beruhend auf einer Typenlehre, die Menschen nach gewissen Eigenschaften einzuteilen und daraus ihr Verhalten in Kommunikationen zu beurteilen versucht.

Der Ursprung von DISC: Wer hat das DISG-Modell entwickelt?

Der Ursprung des Modells DISC liegt Ende der 20er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Bereits 1928 entwarf William Moulton Marston eine Typologie, die sich die Kategorisierung von Individuen nach bestimmten Eigenschaften zum Ziel gesetzt hat. Der Psychologe aus den USA nutzte für seine Typenlehre drei Quellen:

  • Physiologische Theorie des Motor Self und Motor Stimuli
  • Beobachtungsauswertungen von 250 verhaltensauffälligen Jungs und Mädchen
  • Studien rund um die Persönlichkeit texanischer Gefängnisinsassen

Daraufhin nahm William Moulton Marston die Einteilung in vier Typen der Persönlichkeit vor, allerdings unterschieden sich die Begriffe teilweise von den heute verwendeten. Dies auch deshalb, weil erst John G. Geier 1979 auf dieser Basis den eigentlichen Test entwickelte und sich die Begrifflichkeiten im Verlauf der Jahrzehnte immer mal wieder veränderten.

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Selbstbeschreibung: Wie ist der Persönlichkeitstest aufgebaut?

Die vier Grundtypen aus dem Persönlichkeitsmodell tauchen im Test selbstverständlich auf. Sie bilden die Dimensionen, die sich auch als grundständige Tendenzen des menschlichen Verhaltens beschreiben lassen. Dominant, initiativ, stetigund gewissenhaftbilden gewissermaßen die Oberbegriffe für mehrere Wörter oder Wortgruppen. Angeordnet ist das Ganze auf einem online verfügbaren Fragebogen, der für den Teilnehmer vielmehr ein Antwortbogen ist: So soll der Proband die Begriffe je nach Ausmaß der Zustimmung mit Punkten (1 bis 4) versehen. Dabei ist jede Reihe waagerecht zu betrachten.

Das Wort beziehungsweise die Wortgruppe einer horizontalen Reihe, die nach Selbsteinschätzung des Teilnehmers am ehesten auf die eigene Persönlichkeit zutrifft, erhält 4 Punkte – die Begrifflichkeit mit der geringsten Persönlichkeitsüberstimmung lediglich 1 Punkt. Am Ende werden die Punkte einer (senkrechten) Dimension addiert. Die größte Summe beschreibt den Probanden dann hauptsächlich als den entsprechenden Typ: Erzielt er beispielsweise die größte Punktzahl im Grundtyp Dominanz, wäre er demnach eine vorwiegend dominante Persönlichkeit.

Welche Begriffe tauchen im Persönlichkeitstest unter anderem auf?

DISG-Modell

Je nach Anbieter und Autor können sich die den vier Grundtypen der Persönlichkeit zugehörigen Worte und Wortgruppen unterscheiden. Im Folgenden kommen jeweils drei Beispiele pro Dimension:

  • dominant: herrisch, egozentrisch, direkt
  • initiativ: emotional, impulsiv, gesellig
  • stetig: teamfähig, loyal, geduldig
  • gewissenhaft: systematisch, genau, perfektionistisch

Anhand dieser Eigenschaften, die übrigens nicht zwangsläufig Adjektive sein müssen, können dann prosaisch formulierte Typenbeschreibungen verfasst und die Persönlichkeit des Teilnehmers umschrieben werden.

Jedem Persönlichkeitstypen wird auch eine Farbe zugeordnet, sodass man oft auch nur „die Person ist ein roter Typ“ sagt.
Dominant = Roter Typ; Initiativ = Gelber Typ, Stetig = Grüner Typ; Gewissenhaft = Blauer Typ.

Lässt sich jedem Menschen einer der vier Persönlichkeitstypen zuordnen?

Die Ergebnisse des auf dem DISG-Modell fußenden Tests sind so zu deuten, dass derjenige der vier Persönlichkeitstypen mit den meisten Punkten der dominierende ist – aber keineswegs der einzige. Dies ist allein deshalb so, weil in jeder Reihe auch die Punkte 1 bis 3 vergeben werden und somit jede Dimension eine gewisse Punktanzahl erreicht. Somit tauchen alle vier Grundtypen in der Persönlichkeit eines Menschen auf, dies aber in unterschiedlicher Ausprägung.

So kann es sein, dass ein Proband aufgrund derselben hohen Punktzahl sowohl als gewissenhafter als auch initiativer Charakter gilt, während die anderen beiden Dimensionen Dominanz und Stetigkeit weniger stark entwickelt sind. Theoretisch ist es möglich, dass alle vier Typen dieselbe Anzahl an Punkten erhalten, wodurch der Teilnehmer eine sehr ausgeglichene Persönlichkeit hätte.

Wie fällt die Kritik am beliebten DISG Persönlichkeitsmodell aus?

Kritik am DISG-Modell existiert. Hauptsächlich wird die Validität des Modells – also die Gültigkeit – angezweifelt beziehungsweise dem DISC-Modell komplett abgesprochen. Vielmehr könnte von einer persönlichen Validierung die Rede sein, die eine echte Gültigkeit nur vortäuscht. Hier kommt der Barnum-Effekt bei diesem auf Selbstbeschreibung basierenden Test ins Spiel, nach dem Menschen unklare, allgemeine Aussagen gerne als zutreffend bewerten – genau so, dass sie auf die eigene Situation passen.

Mit dem DISG-Modell Menschen erkennen

Das DISG-Modell können wir im SpeedProfiling perfekt nutzen, um unser Gegenüber in eine der vier Persönlichkeitstypen einzuordnen, um daraus dann abzuleiten, welche Stärken, Schwächen und Bedürfnisse diese Person hat. Selbstverständlich gibt es im realen Leben diverse Mischformen der DISG-Persönlichkeiten. Jedoch ist eine erste, grobe Einteilung schon sehr hilfreich. In den Profiling.me Kursen kann jeder lernen, anhand von äußeren Merkmalen und Verhaltensweisen, den DISG-Persönlichkeitstypus einer jeden Person in kurzer Zeit zu entschlüsseln.