Die Amerikanerin Erin Meyer ist Professorin an der INSEAD, einer der weltweit größten und renommiertesten internationalen Business Schools sowie Programmleiterin für interkulturelle Führungskräfteschulungen. Differenzen in internationalen Teams sind meist eine Frage der Kultur. In ihrem Modell der The Culture Map hat Meyer acht Dimensionen samt kultureller Unterschiede betrachtet und weltweite Unterschiede beleuchtet. Denn die Kultur, in der wir aufwachsen, hat einen entscheidenden Einfluss darauf, wie wir die Welt sehen. Und in der globalisierten Welt ist es wichtig, ein Verständnis für unterschiedlichen Kulturen, Bedürfnisse und Besonderheiten zu entwickeln, um Missverständnisse und Konflikte zu vermeiden und den Erfolg zu erhöhen.
Die Culture Map gibt gute Richtungspfeiler zur sicheren Navigation durch den internationalen Businessdschungel. Denn Führung, Entscheidungsprozesse und Hierarchieempfinden sind kulturell bedingt sehr unterschiedlich.
Direktes Feedback gilt in vielen Kulturen als Fauxpas. Während Menschen aus Russland, Deutschland und den Niederlanden offen und direkt Kritik üben, sind Menschen aus Japan, Korea und Türkei zurückhaltend mit negativem Feedback. Diese Kulturen bevorzugen subtile Botschaften und verpacken negatives Feedback oft in positiven Botschaften. Insbesondere in den asiatischen Kulturen sollten Personen nicht vor den Augen anderen kritisiert werden.
Erin Meyer
Unabhängig vom Kulturkreis schätzen die meisten Menschen einen egalitären Führungsstil mit flachen Hierarchiestrukturen. Trotzdem variiert das Verständnis von Autorität und Respekt gegenüber Vorgesetzten von Land zu Land.
Eines der oft sichtbarsten und störendsten Unterschiede ist das unterschiedliche Zeitverständnis der Länder und Kulturen. Deutschland, die Schweiz und Japan haben beispielsweise eine zeitlich eher lineare Kultur, Aufgaben werden hier mehr seriell und Schritt für Schritt angegangen. Die Folge: Menschen aus diesen Ländern legen Wert auf eine gute Organisation und ein zuverlässiges und pünktliches Erledigen der Aufgaben. Kulturen wie Saudi-Arabien, Kenia oder Indien hingegen sind zeitlich eher flexibel und gehen auch gern mehrere Aufgaben gleichzeitig an.
Erin Meyers zentrale Empfehlung: „Wenn Sie mit einer Person aus einer anderen Kultur interagieren, sollten Sie versuchen, mehr zu beobachten, mehr zuzuhören und weniger zu sprechen.“





