Das Big Five Persönlichkeitsmodell

Big Five Persönlichkeitsmodell1

OCEAN: Fünf-Faktoren-Modell in der Persönlichkeitsforschung

Die Big Five sind ein Modell aus der Psychologie, das versucht, die Persönlichkeit eines Menschen in 5 Hauptdimensionen einzuordnen. Dabei handelt es sich um:

  • Offenheit (Openness)
  • Gewissenhaftigkeit (Conscientiousness)
  • Geselligkeit (Extraversion)
  • Verträglichkeit (Agreeableness)
  • Neurotizismus (Neuroticism)

Das Modell gilt laut Wikipedia „international als das universelle Standardmodell in der Persönlichkeitsforschung“ und hat somit auch im Englischen eine eigene Bezeichnung. Dort ist es als OCEAN-Modell bekannt, wobei die Anfangsbuchstaben der 5 Dimensionen namensgebend sind.

Seinen Ursprung hat das Modell in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts, als Gordon Allport, Henry Sebastian Odbert und Louis Thurstone den lexikalischen Ansatz verfolgten. Nach jenem spiegeln sich die Persönlichkeitsmerkmale der Menschen in ihrer Sprache wider. Es folgten jede Menge Weiterentwicklungen, in deren Rahmen die Faktoren-Bezeichnungen hin und wieder unterschiedlich überliefert worden sind. Dies erklärt gegebenenfalls in der Literatur abweichende Formulierungen.

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Offenheit

Der Faktor Offenheit bezieht sich auf neue Erfahrungen, Eindrücke und Erlebnisse. Eine starke Ausprägung sorgt hier für Erfindungsreichtum und Neugier, während weniger offene Menschen nach den Big 5 des OCEAN-Modells eher vorsichtig und konservativ sind. Jene bevorzugen somit das, was sie bereits kennen und stehen Neuem skeptisch gegenüber.

Gewissenhaftigkeit

Basierend auf dem Fünf-Faktoren-Modell zielt die Gewissenhaftigkeit darauf, wie zielstrebig, genau und selbst kontrolliert ein Mensch agiert. Ist sie recht ausgeprägt, sind Personen organisiert und effektiv. Individuen mit niedrigen Werten haben eine eher nachlässige und unbekümmerte Persönlichkeit. Sie handeln oft ungenau und neigen zu Spontaneität.

Extraversion

In den Big 5 nimmt die Extraversion Bezug auf die Geselligkeit eines Menschen. Menschen mit starker Ausprägung fühlen sich im Beisammensein mit anderen Personen wohl. Sie sind sehr gesprächig und aktiv. Introvertierten, zurückhaltenden Menschen ist Gesellschaft weniger wichtig. Sie wissen das Alleinsein zu schätzen und sind gerne unabhängig.

Verträglichkeit

Wer in puncto Verträglichkeit hohe Werte aufweist, der handelt meist selbstlos. Er ist anderen gegenüber verständnisvoll, zeigt Mitgefühl und agiert sehr kooperativ. Dies lassen Menschen mit einer geringen Ausprägung dieses Faktors vermissen. Sie misstrauen anderen häufiger und sind egoistisch. Streitigkeiten sind ihnen kaum unangenehm.

Neurotizismus

Die Big Five nehmen mit dem Neurotizismus auch die Verletzlichkeit einer Person in den Blick. Hohe Werte sprechen für unsicheres, ängstliches und nervöses Verhalten. Ist der Wert weniger stark ausgeprägt, kann von emotionaler Labilität keine Rede sein. Diese Menschen sind psychisch stabil, zufrieden und fühlen sich sicher.

OCEAN-Modell: Sind Persönlichkeitsentwicklungen möglich?

Studien besagen, dass die Persönlichkeit eines Menschen keineswegs ein Leben lang unveränderlich in den jeweiligen Big 5 ausgeprägt ist. Stattdessen schwanken die entsprechenden Positionen insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Mit etwa 30 Jahren stellt sich eine gewisse Konstanz ein, bis im Rentenalter wieder Veränderungen zu beobachten sind. Neben der Genetik spielen dabei vor allem die Lebenserfahrung und das soziale Umfeld des Individuums eine Rolle.