Autorität Bedeutung

Wir Menschen scannen unentwegt nach Autoritäten um zu prüfen, was wir tun sollen und was gesellschaftlich akzeptiert ist. Zum Thema Autorität gibt es zahlreiche Experimente und Studien, darunter die bekannten Experimente Asch Conformity Experiment, Bystander Effect, Milgram Experiment und die Welle.

Als Indikatoren für Autoritätspersonen wurden diese Merkmale bestimmt, die sogenannten MACCI-Faktoren. Menschen scannen eine andere Person in den ersten 5 Sekunden nach den MACCI-Faktoren ab:
Movement (Bewegung – meist langsam, raumeinnehmend)
Appearance (Aussehen + Erscheinung)
Confidence (Selbstvertrauen)
Connection (Verbindung – zu anderen)
Internalized feelings (verinnerlichte Gefühle – innerer Status)

Smoke Filled Room Experiment

Dieses Video basiert auf der Forschung über den Bystander Effect (Zuschauer-Effekt) und die „Verbreitung von Verantwortung (engl. „diffusion-of-responsibility“) aus den 1970er Jahren von Bibb Latane und John Darley. Das Smoke Filled Room Experiment zeigt, wie die Anwesenheit anderer Menschen einen hemmenden Einfluss auf unser Verhalten haben und uns sogar dazu bringen kann, unser eigenes Leben aufs Spiel zu setzen. Der US-Psychologen Philip Zimbardo von der Stanford University zeigt Ausschnitte aus der Smoke Filled Room study:

Berühmt wurde Philip Zimbardo durch das Stanford-Prison-Experiment. Im Jahr 1971 baute er im Keller der Stanford University ein Gefängnis nach und teilte 24 Studenten per Zufall in Gefangene und Wärter ein. Zimbardo selbst spielte den Direktor. Innerhalb weniger Tage verwandelten sich die Wärter in Sadisten. Beispielsweise befahlen die „Wärter“ den „Gefangenen“, Liegestützen zu machen, während die Wärter auf den Rücken standen; quälend lange Zählappelle, zu denen die Wärter die Gefangenen mitten in der Nacht aus den, Zellen holen, willkürliche Bestrafungen und Kniebeugen bis zur völligen Erschöpfung. Ursprünglich sollte das Stanford-Prison-Experiment 14 Tage gehen, musste aber nach 6 Tagen abgebrochen werden. Das Experiment zeigt die Bedeutsamkeit der Stellung und sozialen Umgebung in der individuellen Psychologie. Diese Erkenntnis wird auch durch das Milgram-Experiment, das Konformitätsexperiment von Asch und Experimente von Muzaffer Şerif gestützt. Zimbardo machte fünf Faktoren für diese Verhaltenseskalation verantwortlich:

  1. Anonymität und Deindividuation
  2. Macht der Regeln und Vorschriften
  3. Rollen und Verantwortung für Übertretungen
  4. Kognitive Dissonanz
  5. Bedürfnis sozialer Billigung

Philip Zimbardo untersuchte im Jahr 2004 Videoaufnahmen aus Abu Ghraib, die dem Stanford-Prison-Experiment erschreckend ähnlich waren. Zimbardos Erkenntnis hierbei war, dass nicht nur die Umgebung und das Verhalten der anderen einen direkten Einfluss auf das eigene Verhalten haben, sondern dass das Tragen einer Uniform den Menschen stark enthemmt und für Autorität sorgt.

Verhalten bei Autorität

Für den Aufbau von persönlicher Autorität sind diese Faktoren wichtige Grundvoraussetzungen:

  • Selbstvertrauen
  • Disziplin
  • Führung
  • Dankbarkeit
  • Freude/Genuss

Faktoren, die die Autorität behindern

Viele Menschen versuchen durch ein äußeres, aufgesetztes Verhalten ihre Überzeugungskraft und Autorität zu erhöhen. Jedoch gibt es einen Wirkmechanismus, der genau dieses verhindert: die kognitive Dissonanz. Das bedeutet, wir werden unterbewusst an die Dinge erinnert, die wir bei uns selbst vernachlässigt haben. Wir kommunizieren diese Dinge unterbewusst und nonverbal unserem Gegenüber. Im Englischen wird dies „nonverbal Leakage“ genannt. Wenn wir also versuchen, auf eine bestimmte Art zu wirken, aber innerlich genau wissen, dass wir so nicht sind (z.B. erfolgreich, vermögend, mutig etc.), erzeugt das eine Verunsicherung bei unserem Gegenüber. Unser Gegenüber merkt, dass etwas nicht stimmt, obwohl alles perfekt aussieht und stimmig zu sein scheint. Aber die andere Person weiß intuitiv, dass etwas unecht und falsch ist, ohne dies genau benennen zu können. Kurz gesagt kann man sagen:
keine Kontrolle über sich selbst = keine Kontrolle über einen anderen.

Hier ein Auszug mit Faktoren, die unsere Autorität reduzieren

  • Negativität
  • Wut
  • Mangelnde Selbstbeherrschung
  • Schlechte Hygiene
  • Überstürzt oder überwältigt erscheinen
  • Schnelle Körperbewegungen
  • Schnelles Sprechen
  • Hektische Bewegungen
  • Schnelle Blinzelfrequenz
  • Häufige Anpassungen der Kleidung oder der Körperhaltung
  • Gesten von Hand zu Gesicht
  • Übermäßiges Entschuldigen
  • Soziale Angst
  • Beschwerden oder Mitleidssuche
  • Angeberei
  • Mobbing
  • Schuldzuweisung
  • Konformität von Verhalten oder Meinung

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